07.08.2009
Schweinegrippe und HIV
Update auf IAS
Auch auf der IAS-Konferenz war die Schweinegrippe ein Thema und zwar im Rahmen eines eilig angesetzten Workshops, auf dem ein Update zu den bisherigen Erfahrungen gegeben wurde.
Wie berichtet wurde, scheint die A/H1N1-Infektion bei HIV-Infizierten nicht schwerer zu verlaufen als bei HIV-Negativen. Es könnte aber sein, dass HIV-Positive aufgrund der Immunschwäche länger infektiös sind.
Schwere Verläufe wurden insbesondere beobachtet bei:
- Asthmatikern
- Schwangeren
- Adipösen (BMI > 30)
Die WHO (und die meisten nationalen Gesundheitssysteme) verzichten mittlerweile auf eine Sicherung der Diagnose mittels Erregernachweis, denn es sind drei PCR notwendig, um die Diagnose auszuschließen und fünf, um die Diagnose zu sichern. Es wird daher empfohlen, bei dringendem Verdacht auch ohne gesicherte Diagnose mit der Oseltamivir-Therapie zu beginne, wobei HIV-Infizierte möglicherweise mit einer doppelten Dosis und über einen längeren Zeitraum behandelt werden müssen. Wechselwirkungen von Oseltamivir mit geboosterten Proteasehemmern sind möglich. Die Oseltamivir-Spiegel können ansteigen und es muss vermehrt mit neurologischen Nebenwirkungen von Oseltamivir gerechnet werden.
Patienten ohne Pneumokokken-Impfung (diese wird dringend empfohlen!) sollten zusätzlich prophylaktisch antibiotisch (z.B. Amoxicillin/Clavulansäure) behandelt werden.
Impfung
Der Impfstoff wird aller Voraussicht nach im Oktober/November zur Verfügung stehen. Es muss zweimal im Abstand von vier Wochen geimpft werden. Ob die Standarddosis für Immunsupprimierte ausreicht, ist noch unklar.
Der Impfstoff soll gemäß WHO zunächst den am stärksten gefährdeten Personengruppen zur Verfügung gestellt werden. Das sind medizinisches Personal, Feuerwehr, Polizei und Justizvollzugsbeamte sowie Menschen mit Vorerkrankungen und Schwangere.



