Retrovirus BulletinRetrovirus-Bulletin 3/2009

8. 10. 2009

Diese Ausgabe konzentriert sich auf klinische Aspekte der HIV-Infektion.

Nachdem wir in der letzten Ausgabe verschiedene Kohorten vorgestellt haben, hat diesmal Dr.  Barbara Bartmeyer vom Robert Koch Institut Berlin direkt die Konzeption und Daten der ClinCurv Kohorte für uns zusammengefasst.

Diese Kohorte schließt inzwischen nahezu ein Fünftel der HIV-Infizierten in Deutschland ein. Die Entwicklung der Therapiekombinationen sowie die Gründe und Häufigkeiten von Therapiepausen werden aufgezeigt. Weitere Ergebnisse dieser umfangreichen Kohorte sind sicher zu erwarten. Ein etwas „exotischer“ Weg der HIV-Behandlung ist der Fall einer Transplantation hämatopoetischen Stammzellen eines CCR5∆32-homozygoten Spenders auf einen HIV-Infizierten Empfänger mit CCR5 tropen HIV-Viren, der von den Kollegen des Charite Berlin vorgestellt wird. Der HIV-Patient kann das HI-Virus seit der Transplantation im Februar 2007 erfolgreich kontrollieren.

Die Transplantation diente ursprünglich der Behandlung einer akuten myeloischen Leukämie (AML), die ebenfalls erfolgreich zurückgedrängt werden konnte.  Dieser Weg ist sicher keine Standardtherapie gegen HIV, weil Transplantationen eine höheres Risiko in sich tragen als eine chronische HIV-Infektion, doch er spricht dafür, die Therapie mit CCR-5-Inhibitoren neben den Integraseinhibitoren weiter voranzutreiben ist.

Ein weiterer Beitrag befasst sich mit dem Multizentrischer Morbus Castleman. Diese Erkrankung ist selten, nur schwer zu behandeln und wird zudem oft übersehen. Während der SÖDAK wurde ein Fall aus der Klinik in Bonn vorgestellt wurde, der Intensivpflichtig wurde und lange Zeit nicht erkannt wurde. Erfreulicher Weise haben wir PD Dr. Christian Hoffmann vom Infektionsmedizinisches Centrum Hamburg gewinnen können, eine Übersicht zu dieser Erkrankung zu erstellen. Eigene Erfahrungen zu HIV-MCD können gerne an den Autor weitergereicht werden.

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