Retrovirus BulletinRetrovirus-Bulletin 4/2009

21. 11. 2009

Editorial

Erfreulicher Weise konnten wir Prof. Klaus Überla aus Bochum dafür gewinnen, die Ergebnisse der Impfstudie aus Thailand zu kommentieren. Herr Überla arbeitet selber seit Jahren an den Grundlagen der Vakzineforschung und ist in mehreren europäische Verbundprojekte eingebunden.

Aus unserem eigenen Haus ist der Beitrag von Dr. Jörg Votteler zur Funktion von Ubiquitin bei der Freisetzung von HIV-1. Herr Votteler ist Post Doc in der Arbeitsgruppe von Prof. Ulrich Schubert, die die Wechselwirkung von Wirtszell- und Virusproteinen auf molekularer Ebene analysieren, mit dem Ziel, zelluläre Zielstrukturen für die Therapie der HIV-Infektion zu bestimmen.  Im Mittelpunkt stehen dabei allgemeine Prozesse der HI-Virus Zusammenbaus. Der Beitrag zeigt, wie viele Details inzwischen schon erfolgreich analysiert werden konnten. Bei der Behandlung des rezidivierenden mutiplen Myelomen haben Proteasomeninhibitoren bereits Anwendung gefunden. Bei der Behandlung von HIV ist jedoch noch weitere Grundlagen-Forschung notwendig, wie Herr Votteler dies recht anschaulich erläutert.

In dem letzten Beitrag dieser Ausgabe fasst Andrea Kreß Neuigkeiten vom HTLV-Weltkongress zusammen. Forschungsarbeiten zum Humanen T-Zell-Leukämie Virus, wie die von Frau Kreß, wurden bei uns im Haus von Prof. Ralph Grassmann betreut, der im Juli letzten Jahres überraschend verstorben ist. Beim erwähnten Weltkongress wurde ein Forschungspreis nach Herrn Grassmann benannt, was noch eine nachträgliche Anerkennung seiner Arbeit und seiner Person ist. Auch wenn viele unser Leser aus dem HIV-Feld kommen, so ist es doch für die Kliniker unter ihnen sicher interessant, welche Forschritte bei der Behandlung der Adulten T-Zell-Leukämie und der HTLV-1-assoziierte Myelopathie/ Tropische Spastische Paraparese (HAM/TSP) gemacht werden konnten.

In eigener Sache: Wir möchte hier noch mal auf die Möglichkeit hinweisen, das Retrovirus-Bulletin online zu abonnieren. Sie bekommen nach Fertigstellung ein pdf-file zugeschickt, das meist ein bis zwei Wochen vor der gedruckten Fassung erscheint. Die An- und Abmeldung erfolgt einfach über ein Fenster auf unserer Homepage http://www.virologie.uni-erlangen.de/bulletin/bulletin.htm

Wir wünschen unsern Lesern eine besinnliche Adventszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr.  Über Anregungen und Vorschläge würden wir uns freuen.

Das Redaktionsteam

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Nachrichten

  • Automatisierter Bluttest für Leberfibrose

    31. Januar 2012: Siemens bietet den ersten schnellen, automatisierten Biomarker-Test zur Diagnose und Beurteilung einer Leberfibrose an. Der ELF-Test (Enhanced Liver Fibrosis-Test) dauert rund eine Stunde. Er benötigt nur eine Blutprobe.weiter

  • MSD fördert junge Wissenschaftler

    29. Januar 2012: Die Förderung für junge Wissenschaftler , die einen Forschungsaufenthalt an externen Einrichtungen und Organisationen planen, wurde für 2012 auf 20.000 € erhöht.weiter

  • HPV-Test: IQWiG gibt keine Empfehlung

    24. Januar 2012: Studien zeigen, dass mit Hilfe eines Tests auf Humane Papillomaviren (HPV) Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses früher erkannt und behandelt werden können. Es fehlt jedoch, so das IQWiG, der Nachweis des Nutzens im Hinblick auf Lebensqualität und Überleben.weiter

  • Britische Leitlinien zur PEP aktualisiert

    22. Dezember 2011: Die neuen Leitlinien zur PEP geben detaillierte Empfehlungen für viele verschiedene Situationen.weiter

  • PrEP-Zulassung beantragt

    15. Dezember 2011: Gilead hat bei der amerikanischen FDA die Zulassung von Tenofovir/Emtricitabin (Truvada®) zur Prä-Expositionsprophylaxe beantragt.weiter

  • Neue Etravirin-Tablette

    30. November 2011: Die europäische Arzneimittelbehörde EMA die 200mg-Formulierung des NNRTI Etravirin (Intelence®) zugelassen.weiter

  • Rilpivirin einzeln und als Fixkombination Rilpivirin/TDF/FTV in der EU zugelassen

    28. November 2011: Der einmal täglich einzunehmende NNRTI Rilpivirin wurde als Einzelmedikament (Edurant®) und als Fixkombination (Eviplera®) für therapienaive HIV-infizierte Erwachsene mit einer Viruslast von ≤ 100.000 HIV-RNA-Kopien/ml zugelassen.weiter

  • Erste Studie mit Mikrobizid mit zwei Wirkstoffen

    23. November 2011: Ein vaginaler Ring, der Dapivirine und Maraviroc enthält, wird in den USA in einer Studie auf seine Tauglichkeit als vaginales Mikrobizid gegen HIV untersucht.weiter

  • Fixkombination DRV/FTC/Cobicistat

    22. November 2011: Die Unternehmen Gilead Sciences und Tibotec Pharmaceuticals (in Deutschland Janssen-Cilag) werden gemeinsam ein neues sogenanntes „Single-Tablet Regime“, d.h. eine Tablette täglich, entwickeln.weiter

  • Gilead kauft Pharmasset

    22. November 2011: Gilead Sciences erweitert mit dem Einkauf sein Hepatitis-C-Portfolio.weiter

  • Keine Inflammation bei niedriger Viruslast

    09. November 2011: Die HIV-Infektion geht mit einer chronischen Entzüdungsreaktion einher. Diese These scheint zumindest bei niedriger Virusvermehrung nicht zuzutreffen.weiter

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