Syphilis: Zahlen seit fünf Jahren stabil
Berlin, 7.12.2009
Seit dem Jahr 2004 stabilisieren sich die Meldezahlen für Syphilis bundesweit auf einem Niveau zwischen 3.000 und 3.500 pro Jahr, berichtet das Robert-Koch-Institut. Weiter
Syphilis in Deutschland im Jahr 2008
Berlin, 7.12.2009. Für das Jahr 2008 meldet das Robert-Koch-Institut 3.172 Syphilis-Fälle: im Durchschnitt pro 100.000 Bewohnern 3,9 Fälle von Syphilis. Nur in Berlin und Hamburg ist die Syphilis-Inzidenz 2008 steil angestiegen: Verglichen mit dem Jahr 2007 erhöhte sich die Zahl der gemeldeten Fälle in Berlin um 44 %, in Hamburg um 33 %.
Die Meldezahlen halten sich seit 2004 auf dem gleichen Niveau, so das RKI. Nach der Einführung der Labormeldepflicht für Syphilis-Diagnosen im Jahr 2001 stieg die Zahl der gemeldeten Infektionen zunächst von 1.697 im Jahr 2001 auf 3.352 im Jahr 2004 an. Von diesem Anstieg ´waren vor allem Männer betroffen. Die Zahl der gemeldeten Infektionen bei Frauen hat sich seit dem Jahr 2001 nur wenig verändert (300 ± 30 Fälle pro Jahr).
Das RKI geht davon aus, dass mindestens 80% aller in Deutschland gemeldeten Syphilis-Fälle bei sexuellen Kontakten zwischen Männern übertragen werden. In der Gruppe der MSM habe sich seit dem Jahr 2004 ein neues Endemie-Niveau etabliert, vermutlich durch eine Kerngruppe von Männern, in der die Syphilis sehr intensiv zirkuliere, so das RKI. Bei den Meldungen aus den Großstädten Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt liege der Anteil der Meldungen mit der ärztlichen Beurteilung “Reinfektion“ mittlerweile bei über 50 %. Das RKI rät zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen, um den Erfolg einer Therapie zu dokumentieren und um Reinfektionen möglichst rasch zu entdecken.



