SWITCHMRK-Studie publiziert
Switch von Lopinavir auf Raltegravir: virale Suppression geringer
13. Januar 2010
HIV-Patienten, die auf Lopinavir/Ritonavir stabil eingestellt sind, können durch einen Switch auf Raltegravir ihren Blutfettspiegel senken. Allerdings erreicht nach Umstellung weniger Patienten den Zielwert für die virale Suppression. Dies folgt aus den SWITCHMRK 1 und 2 Studien, so eine Vorabveröffentlichung auf der Website des Lancet.
In den beiden randomisierten und doppelblinden Phase III Studien wurden 707 Patienten entweder auf Raltegravir (400 mg zweimal täglich) umgestellt oder erhielten weiterhin Lopinavir/Ritonavir (zwei 200 mg/50 mg Tabletten zweimal täglich). Die Backbone-Therapie mit mindestens zwei NRTIs wurde beibehalten.
Primäre Endpunkte waren die durchschnittliche prozentuale Reduktion der Blutfettwerte bis zu Woche 12, der Anteil an Patienten mit einer Viruslast unter 50 Kopien/ml sowie die Rate an Nebenwirkungen in Woche 24. Alle behandelten Patienten, die die Studie abbrachen, wurden als therapeutischer Misserfolgen klassifiziert.
702 Patienten nahmen zumindest eine Dosis der Studienmedikation und wurden in die Wirksamkeits- und Sicherheitsanalyse eingeschlossen. In der Raltegravir-Gruppe (n=350) sanken die Lipid-Werte bis zur 12. Woche stärker als in der Lopinavir/Ritonavir-Gruppe (n=352). In der 24. Woche erzielten 84% der Patienten in der Raltegravir-Gruppe eine Viruslast von unter 50 Kopien/ml im Gegensatz zu 91% in der Lopinavir/Ritonavir-Gruppe. Nebenwirkungen traten in beiden Gruppen vergleichbar auf.
Die Studien wurden in der 24. Woche abgebrochen, da die virologische Wirksamkeit in der Raltegravir-Gruppe nicht den Erwartungen entsprach. Eine Post-Studien-Analyse zur virologischen Wirksamkeit ergab: Patienten, die zum Studienbeginn erstmals auf Therapie waren oder noch kein virologisches Versagen hatten, sprachen in beiden Studienarmen vergleichbar auf die Therapien an. Eine Erklärung: Patienten mit therapeutischem Versagen in der Anamnese könnten partielle Resistenzen gegen die NRTIs im Backbone aufweisen, die nach dem Switch auf Raltegravir zum vermehrten virologischen Versagen beitragen.



