PCP-Prophylaxe bei >100 CD4-Zellen absetzen?

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1. September 2010

Die Pneumocystis jiroveci pneumonia (PCP)-Prophylaxe kann bei HIV-Patienten mit 100-200 CD4-Zellen/μl und nicht nachweisbarer Viruslast gestoppt werden, wie eine Auswertung der COHERE(Collaboration of Observational HIV Epidemiological Research in Europe)-Kohorte ergab. 

Hat ein HIV-Patient weniger als 200 CD4-Zellen/μl wird eine PCP-Prophylaxe empfohlen (Standard ist Cotrimoxazol), die erst abgesetzt werden sollte, wenn die CD4-Zellzahl unter HAART mindestens drei Monate lang wieder über 200 Zellen/μl liegt. Eine aktuelle Auswertung der COHERE-Kohorte bestätigte nun, dass bei nicht nachweisbarer Viruslast und einer CD4-Zellzahl von 100-200 Zellen/μl die PCP-Prophylaxe keinen signifikanten Nutzen hat.

Die Analyse beruht auf den Daten von 23.412 HIV-Patienten, die nach 1997 eine HAART begannen. Insgesamt traten 253 PCP-Erkrankungen im Verlauf von 107.016 Patientenjahren auf (2,4 Fälle/1.000 Personenjahre), davon 35/1.000 in der Gruppe mit <100 CD4-Zellen/μl, 6,4/1.000 in der Gruppe mit 101-200 Zellen/μl und 0,8/1.000 in der Gruppe mit >200 Zellen/μl.

Patienten mit <100 CD4-Zellen/μl, die eine PCP-Prophylaxe erhielten, hatten unabhängig von der Höhe der Viruslast ein signifikant geringeres Risiko für diese opportunistische Infektion als ohne Prophylaxe(p<0,001). Bei Patienten mit 100-200 CD4-Zellen/μl traten zwar mit Prophylaxe weniger PCP-Erkrankungen auf als ohne Prophylaxe, allerdings war der Unterschied statistisch nicht signifikant (p=0,15). Unabhängig von der Viruslast entwickelte kein Patient mit 100-200 CD4-Zellen/μl, der die PCP-Prophylaxe nach Beginn der HAART abgesetzt hatte, eine PCP.

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