Capsaicin-Pflaster lindert neuropathische Schmerzen drei Monate lang
11. Oktober 2010
Seit Anfang Oktober ist ein kutanes Pflaster mit 8% Capsaicin zur Behandlung peripherer neuropathischer Schmerzen bei nicht-diabetischen Erwachsenen verfügbar. Nach einer einmaligen 30-minütigen (am Fuß) oder 60-minütigen (am Körper) Anwendung lindert das Folienpflaster die Schmerzen für 12 Wochen.
Diese topische Behandlung mit dem hochdosierten Capsaicin-Pflaster (Qutenza®) deaktiviert reversibel die Schmerz verursachenden epidermalen Nervenfasern. Das hochdosierte Capsaicin-Pflaster (Qutenza®) wurde bereits im April 2010 zugelassen und danach stufenweise eingeführt. Vor Aufbringen auf das schmerzhafte, unverletzte Hautareal wird der Bereich mit einem topischen Anästhetikum behandelt. Pro Anwendung können maximal vier auf den schmerzenden Bereich zugeschnittene Pflaster verwendet und bei Bedarf die Behandlung alle 90 Tagen wiederholt werden.
In klinischen Studien wurden rund 1.700 Patienten behandelt, darunter auch Patienten mit HIV-assoziierter distaler sensorischer Polyneuropathie. So erhielten in einer Studie 307 HIV-Patienten mit mittleren bis starken neuropathischen Schmerzen an beiden Füßen entweder das 8%ige Capsaicin-Pflaster (n=225) oder ein 0,04%iges Kontroll-Pflaster (n=82) für 30, 60 oder 90 Minuten. In der Verumgruppe betrug die mittlere Veränderung des numerischen Analogskala (NAS) Woche 2-12 gegenüber Baseline -22,8% und in der Kontrollgruppe -10,7% (p=0,003). Eine Anwendung von mehr als 30 Minuten brachte keinen weiteren Vorteil. Die Wirkung trat innerhalb von zwei Wochen ein, danach verringerte sich die Wirkung des Kontrollpflasters rasch, während die Wirkung des Verum-Pflasters weiter anhielt und nur langsam bis Woche 12 abnahm.



