Ursprung der Malaria in Gorillas
21. Oktober 2010
Französische Forscher untersuchten 2700 Stuhlproben von zwei verschiedenen Gorillaarten, Schimpansen und Zwergschimpansen, die sie an 57 unterschiedlichen Orten in Zentralafrika gesammelt hatten. Bei den Westlichen Gorillas sowie bei den Schimpansen konnte der Malariaerreger nachgewiesen werden. Zwischen 32 und 48 Prozent der Tiere waren mit den Malariaparasiten infiziert. Insgesamt wurden neun verschiedene Arten von Plasmodien (einzellige Malariaparasiten) entdeckt, drei davon waren bislang noch unbekannt. Die Experten untersuchten anschließend das Erbgut von Mitochondrien, Zellorganellen und der Zellkerne der Parasiten, insgesamt mehr als 1.100 Gensequenzen. Dabei fanden sie heraus, dass die genetischen Signaturen nur in einer Affenart mit der beim Menschen häufigen Plasmodium-Variante übereinstimmten - dem Gorilla.
Das Ergebnis zeigt, dass alle bekannten menschlichen Stämme aus einem einzigen Artensprung-Ereignis hervorgegangen sein müssen. Demnach muss der Erreger der Malaria irgendwann in einer Gegend, in der Gorilla und Menschen gemeinsam lebten, von einem Organismus auf den anderen übergesprungen sein und sich dann an den Menschen als Wirt angepasst haben. Ob die Gorillas noch heute die Krankheit übertragen, ist bislang noch nicht geklärt.



