HIV-Medikamente für Südafrika illegal in Deutschland verkauft

24. Februar 2011

Das Bundeskriminalamt und mehrere Staatsanwaltschaften sind einem bundesweiten Millionenbetrug mit HIV-Medikamenten auf der Spur, berichtet NDR Info auf ihrer Website Pharmagroßhändler sollen für Afrika vorgesehene subventionierte Medikamente in gefälschten Verpackungen mit hohem Gewinn in Deutschland verkauft haben.

Ob HIV-Patienten in Afrika durch die dort fehlenden Medikamente zu Schaden kamen, muss noch geklärt werden. Menschen mit HIV in Deutschland sind durch den Betrug wahrscheinlich nicht gefährdet, so die Deutsche AIDS-Hilfe in ihrer Pressemeldung: „So lange tatsächlich Originalpräparate in den Verkauf gekommen sind, dürften sie wirksam sein. Wer befürchtet, entsprechende Medikamente erhalten zu haben, sollte seinen Apotheker auf diesen Verdacht ansprechen.“

Der finanzielle Schaden liegt nach Schätzungen mindestens im zweistelligen Millionenbereich. Die beschuldigten Pharmagroßhändler aus Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz streiten die Vorwürfe ab, beziehungsweise wollen sich nicht äußern. Das Unternehmen GlaxoSmithKline Deutschland wurde im August 2009 über eine mögliche gefälschte Packung des HIV-Medikaments Combivir® informiert. Durch ausführliche Vergleichsuntersuchungen wurden Verpackung, Gebrauchsinformation  und Blister als Fälschung identifiziert, erklärt das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Gefälschte Tabletten seien bis heute nicht gefunden worden.


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