Entwicklung neuer Impfstoffe gegen HIV
04. Oktober 2011

Prof. Falk Nimmerjahn,
Nürnberg-Erlangen.
Foto privat
Trotz der Möglichkeit, die vom humanen HI-Virus ausgelöste
Immundefizienz (Aids) lange Zeit zu unterdrücken, gibt es bisher
keine funktionierende Impfstrategie zur Verhinderung einer
Infektion. Zudem haben die derzeit verfügbaren Medikamente zum Teil
starke Nebenwirkungen. In dem geförderten Projekt sollen neue
Techniken und Methoden entwickelt werden, die es möglichst schnell
erlauben, den Erfolg neuer Impfstrategien nachzuweisen. Ein großes
Problem bei der Entwicklung und Anwendung neuer Impfstoffe ist der
sehr lange Zeitraum zwischen der Impfung und dem Nachweis des
erfolgreichen Schutzes vor einer Infektion. Dies führt zu starken
Verzögerungen bei der Weiterentwicklung und Optimierung von neuen
Impfstrategien, die zum Beispiel für einen Schutz vor einer
HIV-Infektion essenziell wären.
Die Arbeitsgruppe um Prof. Nimmerjahn von der FAU wird vor allem
ihre Expertise auf dem Gebiet der Funktion von Antikörpern in dieses
Projekt einbringen. Neue Befunde lassen vermuten, dass Antikörper
eine wichtige Rolle für die Verhinderung einer Infektion mit dem
HI-Virus spielen könnten. Antikörper sind Eiweißmoleküle, die
passgenau für jeden eingedrungenen Mikroorganismus hergestellt
werden können und somit eine erneute Infektion mit dem gleichen
Erreger verhindern können. Eine wichtige Rolle für die
Funktionalität der Virus-spezifischen Antikörper scheint dabei die
Zuckerseitenkette des Eiweißmoleküls zu spielen. Im Rahmen des
Projektes sollen daher Immunisierungsstrategien entwickelt werden,
die Virus-spezifische Antikörper mit einer Zuckerstruktur
hervorrufen, die infizierte Zellen besonders effizient zerstören
können.



