Britische Leitlinien zur PEP aktualisiert

22. Dezember 2011

Weiteres zum Thema:

Die neuen Leitlinien zur PEP geben detaillierte Empfehlungen für viele verschiedene Situationen.

Die Leitlinien der British Association for Sexual Health and HIV (BASHH) und der British HIV Association (BHIVA) berücksichtigen mittlerweile auch das verminderte Transmissionsrisiko bei einer nicht nachweisbaren HI-Viruslast im Blut. Nur noch bei rezeptiven Analsex wird hier (im Gegensatz zu den deutschen Leitlinien) eine PEP empfohlen.

Indikationen für PEP


HIV-Status des Sexpartners
  HIV positiv HIV positiv mit nicht nachweisbarer Viruslast 
Unbekannt, Migrant aus Afrika oder schwuler Mann Unbekannt, nicht aus Risikogruppe
Rezeptiver Analsex Ja Ja Ja Nein
Insertiver Analsex Ja Nein Erwägen* Nein
Vaginaler Sex (männlicher oder weiblicher Partner) Ja Nein Erwägen* Nein
Fellatio (Penis im Mund) mit Ejaculation Erwägen* Nein Nein Nein
Alle anderen Formen von Oralsex Nein Nein Nein Nein
Sperma ins Auge Erwägen* Nein Nein Nein
Nadel teilen bei IV Drogengebrauch Ja Nein Erwägen* Nein
Menschenbiß Nein Nein Nein Nein
Kontakt mit einer Nadel oder Spritze aus öffentlichem Bereich Nein Nein Nein Nein

* “erwägen”, bedeutet, dass eine PEP nur indiziert ist wenn zusätzliche Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer Transmission erhöhen z.B. besonders hohe locale HIV-Prävalenz, gleichzeitige Geschlechtskrankheit, akute HIV-Infektion des Sexpartners, sexuelle Gewalt oder Traum, Blutung (einschließlich Menstruation) oder bei vaginalem Sex und nicht beschnittenen HIV-negativen Mann.

Eine PEP sollte nur innerhalb von 72 Stunden nach dem Risikokontakt begonnen werden. Je früher der PEP-Beginn umso effektiver ist die Maßnahme.

Als Mittel der Wahl werden Tenofovir/Emtricitabin (Truvada®) und Lopinavir/r (Kaletra®) genannt. Bei bekannten Resistenzen oder Interaktionen mit Medikamenten des Patienten sollte die ART modifiziert werden.

Benn P et al. UK guideline for the use of post-exposure prophylaxis for HIV following sexual exposure (2011). International Journal of STD & AIDS 22 : 695-708, 2011.

Nachrichten

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    Rückschlag bei Null-Respondern

    20. Februar 2012: Die hohen Erwartungen an den HCV-Proteasehemmer wurden erstmals enttäuscht. GS-7977 plus Ribavirin allein scheint bei Null-Respondern nicht auszureichen.weiter

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    19. Februar 2012: Im öffentlichen Entwurf der neuen britischen Leitlinien ist selbst eine Schwangerschaft im ersten Trimenon keine Kontraindikation für Efavirenz..weiter

  • Boceprevir und geboosterte Proteasehemmer

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    Kommentar von Prof. Hartwig Klinker,
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    08. Februar 2012: Die amerikanische FDA hat Raltegravir zur Behandlung von Kindern ab zwei Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens zehn Kilogramm zugelassen sowie eine Kautablette für die Behandlung von Kindern von zwei bis unter 11 Jahren genehmigt.weiter

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    07. Februar 2012: Geimpft werden sollten jugendliche und junge Männer im Alter von 11 bis 21 Jahren sowie alle schwulen, bisexuellen und HIV-positiven Männer unter 26 Jahre.weiter

  • Gelbfieberimpfung

    05. Februar 2012: Bei HIV-Infizierten scheint die Viruslast, nicht die CD4-Zahl für den Erfolg der Impfung ausschlaggebend zu sein.weiter

  • Automatisierter Bluttest für Leberfibrose

    31. Januar 2012: Siemens bietet den ersten schnellen, automatisierten Biomarker-Test zur Diagnose und Beurteilung einer Leberfibrose an. Der ELF-Test (Enhanced Liver Fibrosis-Test) dauert rund eine Stunde. Er benötigt nur eine Blutprobe.weiter

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    29. Januar 2012: Die Förderung für junge Wissenschaftler , die einen Forschungsaufenthalt an externen Einrichtungen und Organisationen planen, wurde für 2012 auf 20.000 € erh&ouml;ht.weiter

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    24. Januar 2012: Studien zeigen, dass mit Hilfe eines Tests auf Humane Papillomaviren (HPV) Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses früher erkannt und behandelt werden können. Es fehlt jedoch, so das IQWiG, der Nachweis des Nutzens im Hinblick auf Lebensqualität und Überleben.weiter

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    15. Dezember 2011: Gilead hat bei der amerikanischen FDA die Zulassung von Tenofovir/Emtricitabin (Truvada®) zur Prä-Expositionsprophylaxe beantragt.weiter

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    28. November 2011: Der einmal täglich einzunehmende NNRTI Rilpivirin wurde als Einzelmedikament (Edurant®) und als Fixkombination (Eviplera®) für therapienaive HIV-infizierte Erwachsene mit einer Viruslast von ≤ 100.000 HIV-RNA-Kopien/ml zugelassen.weiter

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    22. November 2011: Die Unternehmen Gilead Sciences und Tibotec Pharmaceuticals (in Deutschland Janssen-Cilag) werden gemeinsam ein neues sogenanntes „Single-Tablet Regime“, d.h. eine Tablette täglich, entwickeln.weiter

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    22. November 2011: Gilead Sciences erweitert mit dem Einkauf sein Hepatitis-C-Portfolio.weiter

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    09. November 2011: Die HIV-Infektion geht mit einer chronischen Entzüdungsreaktion einher. Diese These scheint zumindest bei niedriger Virusvermehrung nicht zuzutreffen.weiter

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