HPV-Test: IQWiG gibt keine Empfehlung

24. Januar 2012

Studien zeigen, dass mit Hilfe eines Tests auf Humane Papillomaviren (HPV) Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses früher erkannt und behandelt werden können. Es fehlt jedoch, so das IQWiG, der Nachweis des Nutzens im Hinblick auf Lebensqualität und Überleben.

HPV-Test ist keine Kassenleistung

Zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs bieten die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) derzeit eine jährliche (zytologische) Untersuchung der Schleimhautzellen aus einem Abstrich vom Gebärmutterhals (Zervix), den Pap-Test an. Seit bekannt ist, dass Humane Papillomaviren der Hauptrisikofaktor für ein Zervixkarzinom sind, diskutieren Experten darüber, ob sich auch ein HPV-Test für das Screening eignet oder einem zytologischen Test sogar überlegen ist. Den HPV-Test zahlt die GKV bislang nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei einem unklaren Pap-Befund. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte das IQWiG deshalb beauftragt, den Nutzen des HPV-Tests im Primärscreening zu bewerten und dabei auch verschiedene Screeningstrategien zu vergleichen.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IQWiG suchten nach Studien, die die HPV-Diagnostik allein oder in Kombination mit einem zytologiebasierten Verfahren mit einer Strategie verglichen, die ausschließlich zytologiebasierte diagnostische Tests im Primärscreening einsetzt.

In die Bewertung einbeziehen konnten sie sechs randomisierte kontrollierte Studien, die in Finnland, Großbritannien, Italien, den Niederlanden und in Schweden durchgeführt worden waren. Insgesamt 235.613 Frauen waren für die Studien rekrutiert worden.

Bei den beiden Endpunkten "CIN 3+" und "invasives Zervixkarzinom" war die Zahl der Diagnosen in der zweiten Screeningrunde in der HPV-Gruppe niedriger als in der Gruppe der Frauen, die in der ersten Screeningrunde allein mit einem zytologiebasierten Verfahren (z. B. Pap-Test) untersucht worden waren. Das IQWiG sieht deshalb hier jeweils einen Hinweis auf einen Nutzen.

Betrachtet man die fortgeschrittenen Krebsvorstufen (CIN 3 / CIS) allein, zeigt sich nur ein Anhaltspunkt für einen Nutzen. Das liegt vor allem an einer relativ großen Studie, in der es keinen Unterschied zwischen der HPV- und der Vergleichsgruppe gab. Die Kategorie "Anhaltspunkt" drückt aus, dass bestimmte Mindestanforderungen an die Studien zwar erfüllt sind, Aussagen zu Nutzen oder Schaden aber dennoch nur mit niedriger Sicherheit möglich sind.

Aussagen zum Gesamtüberleben, zu der durch den Gebärmutterhalskrebs bedingten Sterblichkeit oder zur Lebensqualität sind nicht möglich, da zu diesen Kriterien in den Studien keine beziehungsweise keine verwertbaren Daten erhoben wurden. Auch für einen möglichen Schaden gibt es keine verwertbaren Daten.

Fazit: Keine Empfehlung für bestimmte Screeningstrategie

Die komplexen Screeningstrategien, die in den Studien eingesetzt wurden, waren sehr unterschiedlich und deshalb untereinander kaum vergleichbar. Das gilt für das Alter der Teilnehmerinnen und den zeitlichen Abstand der Untersuchungen ebenso wie für die Frage, in welcher Reihenfolge oder Kombination HPV- und Zytologie-Test eingesetzt und wie nach bestimmten Befunden weiter vorgegangen werden soll.

Die Studienergebnisse lassen daher keine Empfehlung für eine bestimmte Screeningstrategie im deutschen Gesundheitssystem zu. Zu diesem Ergebnis kommt der am 24. Januar 2012 publizierte Abschlussbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Nachrichten

  • 3D-Regime einmal täglich

    27. Juli 2016: In den USA wurde eine neue Formulierung des Regimes (Viekirax XR®) zugelassen.weiter

  • Positives Signal für PrEP

    25. Juli 2016: Die EMA gibt grünes Licht für Zulassung.weiter

  • Epclusa® zugelassen

    11. Juli 2016: Die Fixkombination ist zugelassen zur Behandlung aller Genotypen.weiter

  • Stipendien der Deutschen Leberstiftung 2016

    03. Juli 2016: Dieses Jahr hat das Gutachterkomitee fünf Bewerber für ein Stipendium ausgewählt.weiter

  • Neu: 90-mg-Filmtablette Daklinza®

    03. Juli 2016: Die neue 90-mg-Filmtablette ist für Hepatitis-C-Patienten gedacht, bei denen eine Erhöhung der Daclatasvir-Dosis erforderlich ist.weiter

  • PRO-140 funktioniert als Monotherapie

    03. Juli 2016: In einer Phase-II-Studie konnte eine wöchentliche subkutane Injektion mit dem CCR5-Antikörper PRO-140 die Viruslast bisher mehr als ein Jahr lang komplett supprimieren.weiter

  • Neu zugelassen: Odefsey®

    29. Juni 2016: Odefsey® ist Eviplera® mit TAF statt TDF.weiter

  • Triumeq® - Neuer Preis

    28. Juni 2016: Das Medikament wird rund 2% günstiger.weiter

  • Zika-Transmission über Sex?

    06. Juni 2016: Zika könnte durch oralen oder vaginalen Sex übertragen werden, wie ein Fall aus Frankreich nahe legt.weiter

  • Dänemark: Therapie als Prävention funktioniert

    02. Juni 2016: Die jährliche HIV-Inzidenz in Dänemark liegt nur noch bei 0,14% pro Jahr bzw. 1 von 700 homosexuellen Männern gesunken.weiter

  • Positive CHMP-Empfehlung für Zepatier® und Epclusa®

    30. Mai 2016: Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der europäischen Arzneimittelagentur ( EMA) hat die Zulassung von zwei neuen HCV-Therapieregimen - Elbasvir/Grazoprevir (Zepatier®) und Sofosbuvir/Velpatasvir (Epclusa®)- empfohlen.weiter

  • Rehabilitierung der Opfer des § 175 ist verpflichtend

    16. Mai 2016: Die Urteile gegen homo- und bisexuelle Männer nach dem § 175 StGB waren Unrecht und müssen aufgehoben werden – das gilt auch für Urteile, die nach 1945 erfolgten.weiter

  • Zika verursacht Mikrocephalie

    02. Mai 2016: Die amerikanische CDC hält es für zweifsfrei bewiesen, dass Zika Mikrocephalien verursachen kann. Der Beweis: Zika erfüllt die „Shepards Kriterien“ für Teratogenität.weiter

  • Europäische Zulassung für F/TAF

    25. April 2016: Seit heute ist Descovy®, die Fixkombination aus Emtricitabin (FTC) und Tenofoviralafenamid (TAF), auch in der Europäischen Union zugelassen.weiter

  • Ebola-Impfung
    Phase-I-Studie mit positiven Ergebnissen

    20. April 2016: Alle Studienteilnehmer bildeten nach der Ebola-Impfung Antikörper gegen das Virus. Die Impfantwort blieb auch acht Monate nach der Impfung erhalten.weiter

  • FDA-Zulassung für F/TAF (Descovy®)

    05. April 2016: Die Fixkombination Emtricitabin (FTC) und Tenofoviralafenamid (TAF) wurde von der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA für die HIV-Therapie zugelassen.weiter

  • Förderpreis „Positiv Umdenken“

    31. März 2016: Das Unternehmen ViiV Healthcare verlieh der Braunschweiger AIDS-Hilfe einen Förderpreis für ihre Kampagne „30 Jahre – 30 Partner“.weiter

  • NHS – Kehrtwendung bei der PrEP

    31. März 2016: Statt eines geplanten Beratungspapiers zur Präexpositionsprophylaxe (PrEP) gab der englische staatliche Gesundheitsdienst National Health Service (NHS) bekannt, dass er nicht für die Bereitstellung der PrEP verantwortlich ist.weiter

  • Extrazelluläre Vesikel – bisher unentdecktes Virenversteck für HIV?

    30. März 2016: Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg konnten nachweisen, dass HIV trotz HIV-Therapie hochaktiv ist - vermutlich in einem bisher unentdeckten Virenreservoir.weiter

  • Schweiz: Resistenzentwicklung drastisch gesunken

    29. März 2016: In der Schweizer HIV-Kohorte traten seit 2007 kaum noch Resistenzen auf.weiter

  • 10 Jahre Deutsche Leberstiftung

    29. März 2016: Die Deutsche Leberstiftung zieht anlässlich ihres 10-jährigen Jubiläums eine positive Bilanz.weiter

  • Indikationserweiterung für Ombitasvir/r/Paritaprevir plus Dasabuvir

    07. März 2016: Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der europäischen Arzneimittelbehörde EMA empfiehlt die Indikationserweiterung für Ombitasvir/r/Paritaprevir plus Dasabuvir ohne Ribavirin zur Behandlung von Hepatitis-C-Patienten vom Genotyp 1b mit kompensierter Leberzirrhose.weiter

  • FDA-Zulassung für Rilpivirin/Emtricitabin/TAF (Odefsey®)

    02. März 2016: Das Single-Tablet-RegimeRilpivirin/Emtricitabin/Tenofoviralafenamid erhielt die FDA-Zulassung für therapienaive HIV-Patienten ab 12 Jahren mit einer Viruslast von ≤ 100.000 Kopien/ml und für die Switchtherapie bei Patienten, die seit mindestens sechs Monaten eine stabil supprimierte Viruslast von < 50 Kopien/ml aufweisen.weiter

Nachrichten-Archiv weiter