Boceprevir und geboosterte Proteasehemmer
Meldung: Boceprevir und geboosterte Proteasehemmer
10. Februar 2012
Kommentar von Prof. Hartwig Klinker, Würzburg:
15.Februar 2012
Die aktuell publizierten Wechselwirkungen zwischen Boceprevir und geboosterten
HIV-Proteaseinhibitoren sind angesichts der bekannten Interaktionsdaten zu
Telaprevir nicht unerwartet, überraschen allerdings durchaus in ihrer Ausprägung.
Aufgrund des variableren Metabolismus von Boceprevir waren insbesondere die
Effekte auf die Boceprevir-Pharmakokinetik als geringgradiger eingeschätzt
worden. Allgemein gelten Wechselwirkungs-bedingte Änderungen der
Medikamentenexpostion von > 25-30% als klinisch relevant. Daher sind die
beschriebenen Interaktionen mit Boceprevir von erheblicher klinischer Bedeutung.
Wenn Kombinationstherapien mit Boceprevir und geboosterten HIV-PIs nicht
vermieden werden können, ist ein engmaschiges Monitoring in Bezug auf einen
Wirkverlust der Substanzen erforderlich. Eine Hilfe kann dabei ein
Therapeutisches Drug Monitoring (TDM) der HIV-PIs sein, das seit Jahren
etabliert ist. Für Konzentrationsmessungen von Boceprevir sind bislang keine in
der Routine einsetzbaren Methoden verfügbar. Dies ist auch dadurch begründet,
dass die Fa. MSD den TDM-Laboratorien bislang keine Reinsubstanz zur
Methodenentwicklung bereit gestellt hat.




