DHHS-Leitlinien akutalisiert

18. Februar 2013

Im Update der amerikanischen Leitlinien wird die antiretrovirale Therapie für alle HIV-Infizierten empfohlen. Rilpivirin-basierte Regime und die Fixkombination mit dem Integrasehemmer Elvitegravir wurden als Alternativen bei der Firstline-Therapie eingestuft.

ART-Start

Die antiretrovirale Therapie ist bei allen Patienten empfehlenswert, um das Risiko der Progression der Erkrankung zu vermindern und das Risiko der Transmission zu senken. Die Patienten sollten die Bedeutung der Adhärenz verstehen. Ein Verschieben des Therapiebeginns kann aufgrund klinischer oder psychosozialer Faktoren im Einzellfall sinnvoll sein.

Bei den Mittel der Wahl zur Firstline-Therapie werden Rilpivirin-basierte Regime als alterative NNRTI-Regime genannt NUR bei Patienten mit einer Ausgangsviruslast ≤100,000 copies/ml. Die Kombination Elvitegravir/cobicistat/tenofovir/emtricitabine (EVG/COBI/TDF/FTC) wird als Alternative genannt sofern die Patienten eine Kreatininclearence >70 ml/min haben. Erstmals werden auch die Vor- und Nachteile der Regime der ersten Wahl ausführlicher diskutiert.

Korezeptor-Test

In den USA ist jetzt ein kommerzieller genotypischer Tropismustest erhältlich. Dieser kann alternativ zum phänotypischen Tropismustest eingesetzt werden.

Akute Infektion

Der Begriff „frühe“ (early) HIV-Infektion beschreibt sowohl die akute Phase der Infektion (Unmittelbar nach Infektion und vor Serokonversion, während man unter „kürzliche“ (recent) HIV-Infektion die ersten sechs Monate der Infektion versteht. Bei der frühen Infektion sollte die ART angeboten werden, frührer wurde sie nur als Option dargestellt.

Frauen

Zu Efavirenz wurde der Text folgendermaßen geändert: „Da das Risiko von Neuralrohr-Defekten auf die ersten 5-6 Wochen einer Schwangerschaft beschränkt ist, kann ein wirksames Efavirenz-basiertes Regime bei Schwangeren fortgesetzt werden, die sich im ersten  Trimester vorstellen“.

Während der Geburt kann man auf Zidovudin IV verzichten, wenn die Viruslast kurz vor der Geburt <400 Kopien/ml beträgt. Die orale ART sollte während der Geburt fortgesetzt werden.


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