PrEP: keine HIV-Neuinfektion, aber STIs

30. Januar 2017

Im kalifornischen Praxisalltag verhindert PrEP erfolgreich HIV-Infektionen – die Rate der STIs steigt jedoch.

Die PrEP-Kohorte der Versicherung Kaiser Permanente Northern California, zu der auch die beiden Großstädte San Francisco und Oakland gehören, umfasst insgesamt 972 PrEP-Gebraucher. Sie waren durchschnittlich 38 Jahre alt, 98% waren Männer (schwul oder bisexuell) und 70% Weiße und das mittlere Jahreseinkommen lag bei $ 74.000. Nur ein Teilnehmer gab einen i.v. Drogenabusus an. Bevor die Teilnehmer Truvada als PrEP erhielten, wurden sie auf HIV und STIs getestet und ihre Nierenfunktion bestimmt, im weiteren Verlauf wiederholten sich diese Untersuchungen alle drei Monate. Zu Studienbeginn hatten 16% der Teilnehmer eine STI und bei einem Drittel lag die GFR unter 90 ml/min.

Die PrEP startete zwischen Juli 2012 und Ende Dezember 201 und mittlerweile reicht die ausgewertete Nachbeobachtung bis Juni 2015. Zum Ende des Follow-up nahmen noch 70% eine PrEP ein. Die mittlere Adhärenz lag bei 92%, unterstützt durch Telemedizin falls die Teilnehmer eine Verschreibung oder einen Labortest versäumten. Es trat keine HIV-Neuinfektion auf, aber es wurden 771 STIs diagnostiziert. Die kumulative STI-Inzidenz betrug 42%, viele Patienten hatten mehrere STIs: 27% eine rektale STI, 26% Chlamydien, 23% Gonorrhoe und 7% Syphilis.


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