Frühe Adhärenz begünstigt Langzeitverlauf

26. März 2017

Nehmen HIV-Patienten in den ersten vier Monaten nach Beginn der HIV-Therapie alle oder fast alle Tabletten ein, ist die Wahrscheinlichkeit einer nicht nachweisbaren Viruslast auch noch nach zwölf Jahren höher als bei Patienten, die in den ersten vier Monaten immer mal wieder eine Dosis vergessen haben.

Ausgewertet wurden die Daten von 891 Patienten aus der französischen prospektiven Kohorte APROCO-COPILOTE, die zwischen 1997 und 1999 eine antiretrovirale Therapie mit einem Erstgenerations-Proteaseinhibitor begannen. Untersucht wurde, wie sich eine gute Adhärenz in den ersten vier Monaten nach Therapiebeginn auf den Langzeitverlauf über zwölf Jahre auswirkte. Eingeteilt wurden die Patienten nach hoher Adhärenz (Einnahme 100% aller Tabletten), mittlerer Adhärenz (99,9% bis 80% der vorgeschriebenen Einnahmen) und niedriger Adhärenz (<80% aller vorgeschriebenen Einnahme).

Nach vier Monaten gaben 57% der Patienten eine hohe, 33% eine mittlere und 10% eine niedrige Adhärenz an. 25% der Patienten wechselten zwischen hoher und mittlerer Adhärenz und 9% hatten mindestens eine Episode mit niedriger Adhärenz. Der Anteil der Patienten mit einer anhaltend supprimierten Viruslast stieg von 48% nach 20 Monaten auf 73% nach zwölf Jahren. Eine hohe und mittlere Adhärenz war statistisch signifikant assoziiert mit einer zwei- bis dreimal höheren Wahrscheinlichkeit einer kompletten Virussuppression auch nach zwölf Jahren.

Daten zur Adhärenz und zum Langzeitverlauf mit modernen Therapieregimen fehlen bisher.


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