Bei Fragen zu HIV/Aids gut beraten
Bundesweit: 0180 33 19411

Fragen zu Aids 0180 33 19411 -- „Es tut einfach gut, mit jemanden reden zu können.“ Diese Rückmeldung bekommen wir häufig in der Telefonberatung. Beratung am Telefon gehörte schon immer zu den zentralen Angeboten von Aidshilfen, und die Zahlen belegen, dass sie nach wie vor gerne genutzt wird. Trotz Internet oder der Möglichkeit zum persönlichen Vier-Augen-Gespräch bleibt das Gespräch am Telefon für viele Ratsuchende das Mittel ihrer Wahl. Sie schätzen es, dass sie zwar über sehr persönliche Dinge sprechen, dabei aber anonym bleiben können.

Nicht selten stehen Ratsuchende unter großem Druck, z.B. wenn sie nach einer sexuellen Begegnung verunsichert sind, ob ein HIV-Risiko bestanden hat. Dann ist schnelle Hilfe gefragt. In der Vergangenheit war es allerdings gar nicht so leicht, zeitnah an eine qualifizierte Beratung zu kommen. Das lag an bundesweit verschiedenen Beratungsnummern und an uneinheitlichen Beratungszeiten regionaler Aidshilfen. Die gemeinsame Telefonberatung der Aidshilfen schafft hier Abhilfe.

Unter der bundesweit einheitlichen Rufnummer 0180 33 19411 gibt es an 62 Stunden in der Woche vertrauliche und kompetente Beratung. Das Beratungstelefon ist Montag bis Freitag von 9 Uhr morgens bis 21 Uhr abends besetzt, zudem jeden Sonntag von 12 bis 14 Uhr.

Telefonberater Thomas Fraunholz Telefonberater Thomas Fraunholz

Um diese Zeiten auch verlässlich besetzen zu können, arbeiten 27 regionale Aidshilfen zusammen. Jede Aidshilfe übernimmt ein bestimmtes Zeitfenster, in dem sie für die Beantwortung der bundesweit eingehenden Anrufe zuständig ist. Fachlich wird das Angebot von der Deutschen AIDS-Hilfe koordiniert, technisch erfolgt die Weiterleitung der Anrufe durch ein sogenanntes Routing-System. Zwischen 500 und 600 Anrufe gehen pro Monat unter der 0180 33 19411 ein.

Vernetzung der Beratung – gut für die Anrufer, gut für die Qualität

Neben dem Ziel, ein nutzerfreundliches Angebot zu schaffen, war das zweite Anliegen, die Qualität in der Telefonberatung durch Vernetzung regionaler Aidshilfen zu sichern und weiterzuentwickeln. Mit diesem Ansatz hatten wir schon mit einem anderen bundesweiten Projekt – der gemeinsamen Onlineberatung unter aidshilfe-beratung.de – sehr gute Erfahrungen gemacht.

In den meisten Gesprächen geht es um persönliche Ansteckungsrisiken oder um Fragen zum HIV-Test. Telefonberatung ist aber weit mehr, als nur kurz über Ansteckungswege zu informieren oder die Adresse des nächsten Gesundheitsamtes weiterzugeben. „Du weißt nie, was dich erwartet“, sagt dazu Berater Thomas Fraunholz von der Augsburger Aidshilfe. „Es kann die Frage nach Einreisebedingungen für HIV-Positive sein oder ein Krisengespräch, weil jemand gerade sein HIV-positives Testergebnis bekommen hat.“ Fast jedes zehnte Gespräch findet mit einem Anrufer statt, der sich in einer akuten Krise befindet. Berater brauchen hier viel Einfühlungsvermögen, vor allem aber eine qualifizierte Ausbildung. Dabei geht es sowohl um Fachwissen zu HIV als zum Beispiel auch um Kompetenzen der Gesprächsführung. Berater und Beraterinnen müssen Sensibilität entwickeln für Themen, die „zwischen den Zeilen“ mitschwingen, müssen erfassen können, was der Ratsuchende gerade wirklich braucht. Das kann bedeuten, ihn sachlich zu informieren oder mit ihm über Emotionen zu sprechen.

In der bundesweiten Telefonberatung arbeiten über 130 haupt- und ehrenamtliche Berater und Beraterinnen auf Grundlage gemeinsamer Standards mit. Alle haben eine fundierte Schulung durchlaufen und nehmen regelmäßig an Supervisionsangeboten teil. „Das Reflektieren über unsere Beratungsarbeit ist wirklich wichtig. Oft erschließen sich über das nochmalige Besprechen von Anrufen oder durch Rollenspiele ganz neue Aspekte. Man lernt ständig dazu“, sagt Joschi Moser, der seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Aidshilfe Schwäbisch Gmünd mitarbeitet und nun auch in der bundesweiten Telefonberatung aktiv ist. Neben Aus- und Weiterbildung wurde auch geregelt, wie das Beratungssetting gestaltet sein muss und wie ein vertraulicher Umgang mit Informationen sichergestellt wird. Auch das sind für uns Aspekte von Qualität.

Verbindendes Element für alle Mitarbeiter/innen in der bundesweiten Telefonberatung ist eine Internetplattform. Dort erfolgt sowohl die Kommunikation über organisatorische Belange wie z.B. den Tausch von Diensten als auch der Austausch über fachliche Fragen. Und natürlich sind dort immer die neuesten Informationen eingestellt. So wird gewährleistet, dass die Berater/innen immer auf dem aktuellen Wissensstand beraten.

Einmal jährlich gibt es ein persönliches Treffen, zu dem jede der beteiligten Aidshilfen einen Vertreter oder eine Vertreterin delegiert. Es geht um fachlichen Austausch, um Weiterbildung und um die Weiterentwicklung unserer gemeinsamen Standards. Bei diesem Treffen wird deutlich, wie vielfältig das Beraterteam zusammengesetzt ist. Es kommen Kollegen und Kolleginnen von Kiel bis Ravensburg und von Dresden bis Köln zusammen, haupt- und ehrenamtlich Tätige, Mitarbeiter/innen aus großen und aus kleinen Aidshilfen, Frauen und Männer verschiedenen Alters und unterschiedlicher sexueller Orientierung. Bei aller Vielfalt gibt es eine große Gemeinsamkeit: Das Bemühen um Qualität in der Telefonberatung und das Ziel, bundesweit gut zu beraten.



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Nachrichten

  • Positives Votum für QUAD-Pille

    14. Mai 2012: Der Beratungssausschuss für antivirale Arzneimittel der amerikanischen FDA hat die Zulassung der sogenannten QUAD-Pille empfohlen.weiter

  • Hepatitis C-Koinfektion erhöht Mortalität

    09. Mai 2012: Patienten mit HIV/HCV-Koinfektion haben ein um 50% höheres Risiko zu sterben als HIV-Infizierte ohne chronische Hepatitis C.weiter

  • Telaprevir: Keine Interaktionen mit Rilpivirin und Etravirin

    20. April 2012: Beide NNRTI vermindern den Spiegel von Telaprevir, jedoch nicht in klinisch relevantem Ausmaß.weiter

  • Leberschädigende Medikamente erkennen

    11. April 2012: Im Rahmen der Initiative „Mechanism Based Improved Systems for the Prediction of Drug-Induced Liver Injury (MIP-DILI)“ wollen die Wissenschaftler neue Testverfahren entwickeln, die das leberschädigende Potenzial eines Wirkstoffs zu einem frühen Zeitpunkt in der Arzneimittelentwicklung erfassen.weiter

  • DHHS-Guidelines empfehlen Therapie für alle HIV-Infizierten

    29. März 2012: Die aktualisierten Therapieleitlinien des US-amerikanischen Department of Health and Human Services (DHHS) empfehlen einen Therapiestart bei mehr als 500 CD4-Zellen/mm3.weiter

  • Neu erschienen: Sonderheft zur Resistenz

    27. März 2012: An dem englischsprachigen Schwerpunktheft zur Interpretation von Resistenzen waren viele deutsche Autoren beteiligt.weiter

  • HCV-Proteasehemmer GS-7977
    Rückschlag bei Null-Respondern

    20. Februar 2012: Die hohen Erwartungen an den HCV-Proteasehemmer wurden erstmals enttäuscht. GS-7977 plus Ribavirin allein scheint bei Null-Respondern nicht auszureichen.weiter

  • Grünes Licht für Efavirenz in Schwangerschaft

    19. Februar 2012: Im öffentlichen Entwurf der neuen britischen Leitlinien ist selbst eine Schwangerschaft im ersten Trimenon keine Kontraindikation für Efavirenz..weiter

  • Boceprevir und geboosterte Proteasehemmer

    10. Februar 2012: Pharmakokinetische Studien belegen relevante Interaktionen von Boceprevir (Victrelis®) mit geboosterten Proteasehemmern.weiter

  • Boceprevir und geboosterte Proteasehemmer

    10. Februar 2012: Kommentar von Prof. Hartwig Klinker, Würzburgweiter

  • Raltegravir für Kinder

    08. Februar 2012: Die amerikanische FDA hat Raltegravir zur Behandlung von Kindern ab zwei Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens zehn Kilogramm zugelassen sowie eine Kautablette für die Behandlung von Kindern von zwei bis unter 11 Jahren genehmigt.weiter

  • CDC empfiehlt HPV-Impfung für Männer

    07. Februar 2012: Geimpft werden sollten jugendliche und junge Männer im Alter von 11 bis 21 Jahren sowie alle schwulen, bisexuellen und HIV-positiven Männer unter 26 Jahre.weiter

  • Gelbfieberimpfung

    05. Februar 2012: Bei HIV-Infizierten scheint die Viruslast, nicht die CD4-Zahl für den Erfolg der Impfung ausschlaggebend zu sein.weiter

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