Deckblatt HIV&More 2011-2

Ausgabe 2 - Juni 2011

Editorial

DÖAK 2011 » ABSEITS VOM KONGRESS » HCV-PROTEASEHEMMER ZUGELASSENweiter

Döak 2011

HIV-Prävention auf Landesebene und lokal
Zweigleisig gegen HIV und Aids

Niedersachsens Hauptstadt ist Sitz von zwei Aids-Hilfen: Der Niedersächsischen als Dachverband und der Hannöverschen als Informationszentrum und Treffpunkt für die Betroffenen in Hannover. Beide Vereine kämpfen mit unterschiedlichen Mitteln gegen das Virus und für mehr Verständnis. weiter 

KONGRESS

9 th European Workshop on HIV & Hepatitis
Virologische Neuigkeiten von HIV, HBV und HCV

Schon am neuen Namen des Kongresses erkennt man die in den Vorjahren begonnene Neuausrichtung der Veranstaltung in Richtung eines übergreifenden Kongresses zu den virologischen Aspekten von HIV und Hepatitisviren. weiter 

The International Liver Congress™ 2011 by EASL,
30. März - 3. April 2011 Berlin

Neue Ära in der Behandlung der Hepatitis C

Die diesjährige Jahrestagung der European Association for the Liver war mit 8.062 Teilnehmern und 1.332 Abstracts (Orals 137 und Poster 1.215) sowie 95 Late-Breaker-Abstracts (Orals 8 und Poster 16) die bisher größte. Im Mittelpunkt stand - wie schon auf der AASLD 2010 - die Hepatitis C. Neben neuen Daten zu den beiden Proteasehemmern Boceprevir und Telaprevir gab es auch wieder viele Phase-II-Studien mit anderen neuen direkt antiviralen Substanzen (DAAs). Vorgestellt wurden auch Daten zum Interferon lambda und erste Ergebnisse einer HCV-Impfung. Hepatitis B geriet dabei fast ganz in den Hintergrund. weiter 

AKTUELL

Ramona Pauli, München
Einsatz von Boceprevir und Telaprevir. Praktische Aspekte

Im Vergleich zur herkömmlichen Therapie steigern Boceprevir und Telaprevir die SVR-Raten bei HCV-Genotyp 1 bei Ersttherapie um 25-30%, bei vortherapierten Patienten je nach früherem Ansprechen um 26-62%. Beide HCV-Proteasehemmer sind in den USA zugelassen. weiter

FORTBILDUNG

Jan Thoden, Freiburg
Regelverstöße: Opportunistische Infektionen trotz HIV-Therapie

Opportunistische Infektionen sind Infektionen, an denen ein nicht immunsupprimierter Mensch normalerweise nicht erkranken würde. Bei HIV-Infizierten können diese Infektionen in der Regel durch eine rechtzeitige antiretrovirale Therapie verhindert werden. In einigen Fällen, z.B. bei fortgeschrittenem Immundefekt oder ungenügender oder überschießender Immunrekonstitution bei schlechtem CD4-Status, kann es zu Ausnahmen von dieser Regel kommen.weiter 

Thomas Klimkait, Basel
Tiefe Viruslast bei HIV – Grund zur Sorge oder irrelevante „Rest“-Aktivität?

Prinzipiell dürfte wohl jeder Virologe oder Kliniker beunruhigt sein, wenn sich ein viraler Krankheitserreger im Probenmaterial nachweisen lässt. Das ist auch für das heute gut kontrollierbare Pathogen HIV nicht anders; und doch weist gerade die Virusklasse der Retroviren, zu welcher HIV zählt, einige wichtige Besonderheiten auf, die eine klinische Beurteilung beeinflussen.  weiter

PrEP: Pro und Contra

Als Ende letzten Jahres die ersten Ergebnisse der iPrEx-Studie veröffentlicht wurden, gab es viel Jubel. Erstmals wurde in einer großen kontrollierten Studie gezeigt, dass HIV-negative Männer, die Sex mit Männern haben, ihr HIV-Risiko durch die Einnahme von antiretroviralen Medikamenten senken können. Das US-Magazin Time erklärte die Studie prompt zum „bedeutendsten medizinischen Durchbruch 2010” und das amerikanische Center of Disease Control erstellte Leitlinien zum Einsatz der Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP). Doch es gibt auch kritische Stimmen. Viele Fragen sind noch offen, nach der Umsetzbarkeit im Alltag, nach den Kosten und dem tatsächlichen Nutzen.

Stefan Reuter, Düsseldorf
PRO – PrEP: Gute Nachrichten machen Mut!

Optimismus ist angesagt, da sich verschiedene Strategien der Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) inzwischen als wirksam erwiesen haben. Die Vorzeichen stehen gut, um PrEP-Strategien weiter zu entwickeln, auch wenn bis zu einem breiten Einsatz noch ein gutes Stück Weg zurückgelegt werden muss. Am Ende dieses Weges wird es auf das Zusammenspiel verschiedener PrEP-Einzelmaßnahmen und ihre Fokussierung auf Risikogruppen ankommen, um sowohl das individuelle Risiko als auch die HIV-Epidemie im Ganzen nachhaltig zu beeinflussen.weiter

Armin Schafberger, Berlin
CONTRA – PrEP/PEP: Schöngerechnet und nicht umsetzbar

Die PREP wirkt in der iPrEx-Studie zu 44% und in der Fem-PREP-Studie nach bisherigen Informationen überhaupt nicht. Schönrechnereien, wie z.B. das Hervorheben von Subgruppen mit guter Compliance, helfen für die Anwendung in der Praxis nicht weiter. Zudem muss der theoretischen Wirksamkeit einer Methode noch die Anwendbarkeit folgen. Enthaltsamkeit zum Beispiel wirkt sogar zu 100%. Aber für nur wenige ist sie lebenslang umsetzbar und das reduziert die Wirksamkeit nahezu zur Bedeutungslosigkeit. weiter 

Elisabeth Pott, Köln
Konzepte der Aufklärung

Seit Jahrhunderten wurden unterschiedlichste Präventionskonzepte gegen sexuell übertragbare Infektionen erprobt. Die heute als wirksamstes Konzept anerkannte „gesellschaftliche Lernstrategie“ hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit ihrer Aids-Präventionskampagne GIB AIDS KEINE CHANCE Mitte der 80er Jahre in Deutschland implementiert, kontinuierlich weiterentwickelt und erfolgreich umgesetzt. weiter

Antje Sanogo, München
Systematischer HIV-Test bei Flüchtlingen

Obwohl Deutschland sich seit einigen Jahren als Einwanderungsland zu begreifen versucht, werden Migranten und insbesondere Flüchtlinge im verwaltungsrechtlichen Alltag vor allem als ordnungspolitisches Problem betrachtet. Überspitzt ausgedrückt: Krankheiten werden als von außen eingeschlepptes Übel betrachtet. Einwanderer und Flüchtlinge werden als deren Überträger identifiziert und müssen deshalb „unschädlich“ gemacht werden. weiter

MITTEILUNGEN

Deutsche AIDS-Hilfe
HIV & Arbeit: Packen wir’s an!

HIV-positiv im Erwerbsleben – das ist für viele Menschen Alltag. Trotzdem herrscht an den meisten Arbeitsplätzen das große Schweigen. Viele HIV-Positive haben Angst vor Diskriminierung. Die Bundesregierung ist bislang weitgehend untätig geblieben. Ein Online-Dossier der Deutschen AIDS-Hilfe informiert und gibt Anstöße zum Handeln.weiter

Robert Koch-Institut 
Bericht zur Entwicklung der HIV-Epidemie in Deutschland im Jahr 2010 aus dem Robert Koch-Institut

Bis zum 01.03.2011 wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) für das Jahr 2010 insgesamt 2.918 neu diagnostizierte HIV-Infektionen gemeldet. Gegenüber dem Jahr 2009 (n=2.885) bedeutet dies keine nennenswerte Veränderung bei der Gesamtzahl der HIV-Neudiagnosen. Seit 2007 hat sich der in den Jahren davor beobachtete Anstieg der HIV-Neudiagnosen deutlich verlangsamt. weiter

Angekündigter Wechsel an der Spitze der DAIG
Ende einer Amtszeit: Jürgen Rockstroh verlässt den DAIG-Vorstand

Wie er bereits bei seiner Neuwahl zum Präsidenten der Deutschen AIDS-Gesellschaft (DAIG) vor vier Jahren angekündigt hatte, tritt Jürgen Rockstroh bei der Mitgliederversammlung auf dem DÖAK 2011 nicht mehr als Kandidat für den DAIG-Vorstand an. Anlass genug, auf die vier Jahre Vorstandsarbeit seiner Amtszeit zurückzublicken.  weiter

Biobanken-Infrastruktur
Biobank des Kompetenznetzes HIV/AIDS für BMBF-Pilotprojekt ausgewählt

Die Biobank des Kompetenznetzes HIV/AIDS gehört zu den ersten sechs, die sich über das Web-basierte „Projektportal im Deutschen Biobanken-Register“ vernetzen. Damit wird der Engpass überwunden, den der Zugang zu umfassend annotierten humanen Proben noch immer für die biomedizinische Forschung bildet.weiter

Deutsche AIDS-Stiftung unterstützt Familien in Not durch Einzel- und Projekthilfen
HIV-positive Frauen und ihre Kinder sind besonders benachteiligt

HIV-positive Frauen in Deutschland befinden sich in einer besonders schwierigen Lage. Viele der Frauen sind alleinerziehende Mütter und haben auch noch die Sorge für ihre Kinder zu tragen. Der Anteil von Frauen an allen alleinerziehenden Antragsteller/innen bei der Deutschen AIDS-Stiftung beträgt 94 Prozent. weiter

Meldungen

MELDUNGEN

12. Interdisziplinärer Kongress für Suchtmedizin » Süddeutsches Infektiologie Symposium » Siegenthaler-Preis geht nach München » Doktorandenpreis der Deutschen Lungenstiftung » Rückruf von einzelnen Prezista®-Chargen » FDA-Zulassung für Boceprevir und Telaprevirweiter 

Nachrichten

  • Positives Votum für QUAD-Pille

    14. Mai 2012: Der Beratungssausschuss für antivirale Arzneimittel der amerikanischen FDA hat die Zulassung der sogenannten QUAD-Pille empfohlen.weiter

  • Hepatitis C-Koinfektion erhöht Mortalität

    09. Mai 2012: Patienten mit HIV/HCV-Koinfektion haben ein um 50% höheres Risiko zu sterben als HIV-Infizierte ohne chronische Hepatitis C.weiter

  • Telaprevir: Keine Interaktionen mit Rilpivirin und Etravirin

    20. April 2012: Beide NNRTI vermindern den Spiegel von Telaprevir, jedoch nicht in klinisch relevantem Ausmaß.weiter

  • Leberschädigende Medikamente erkennen

    11. April 2012: Im Rahmen der Initiative „Mechanism Based Improved Systems for the Prediction of Drug-Induced Liver Injury (MIP-DILI)“ wollen die Wissenschaftler neue Testverfahren entwickeln, die das leberschädigende Potenzial eines Wirkstoffs zu einem frühen Zeitpunkt in der Arzneimittelentwicklung erfassen.weiter

  • DHHS-Guidelines empfehlen Therapie für alle HIV-Infizierten

    29. März 2012: Die aktualisierten Therapieleitlinien des US-amerikanischen Department of Health and Human Services (DHHS) empfehlen einen Therapiestart bei mehr als 500 CD4-Zellen/mm3.weiter

  • Neu erschienen: Sonderheft zur Resistenz

    27. März 2012: An dem englischsprachigen Schwerpunktheft zur Interpretation von Resistenzen waren viele deutsche Autoren beteiligt.weiter

  • HCV-Proteasehemmer GS-7977
    Rückschlag bei Null-Respondern

    20. Februar 2012: Die hohen Erwartungen an den HCV-Proteasehemmer wurden erstmals enttäuscht. GS-7977 plus Ribavirin allein scheint bei Null-Respondern nicht auszureichen.weiter

  • Grünes Licht für Efavirenz in Schwangerschaft

    19. Februar 2012: Im öffentlichen Entwurf der neuen britischen Leitlinien ist selbst eine Schwangerschaft im ersten Trimenon keine Kontraindikation für Efavirenz..weiter

  • Boceprevir und geboosterte Proteasehemmer

    10. Februar 2012: Pharmakokinetische Studien belegen relevante Interaktionen von Boceprevir (Victrelis®) mit geboosterten Proteasehemmern.weiter

  • Boceprevir und geboosterte Proteasehemmer

    10. Februar 2012: Kommentar von Prof. Hartwig Klinker, Würzburgweiter

  • Raltegravir für Kinder

    08. Februar 2012: Die amerikanische FDA hat Raltegravir zur Behandlung von Kindern ab zwei Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens zehn Kilogramm zugelassen sowie eine Kautablette für die Behandlung von Kindern von zwei bis unter 11 Jahren genehmigt.weiter

  • CDC empfiehlt HPV-Impfung für Männer

    07. Februar 2012: Geimpft werden sollten jugendliche und junge Männer im Alter von 11 bis 21 Jahren sowie alle schwulen, bisexuellen und HIV-positiven Männer unter 26 Jahre.weiter

  • Gelbfieberimpfung

    05. Februar 2012: Bei HIV-Infizierten scheint die Viruslast, nicht die CD4-Zahl für den Erfolg der Impfung ausschlaggebend zu sein.weiter

Nachrichten-Archiv weiter