HIV-Test

In Deutschland darf ein HIV-Test nur mit Zustimmung des Betroffenen, unter ärztlicher Überwachung und nur im Zusammenhang mit einer professionellen Beratung durchgeführt werden. Einen HIV-Test kann man bei einem Arzt oder bei einer Beratungsstelle für rund 25 € machen lassen, die Gesundheitsämter bieten anonyme und kostenlose Tests und Beratung an.

Beim HIV-Test wird nicht nach dem Virus selbst gesucht, sondern nach HIV-Antikörpern, die das Immunsystem gegen das Virus bildet. Nach einer Infektion braucht der Körper im Durchschnitt vier bis zu zwölf Wochen für die Produktion nachweisbarer Antikörper.

Daher macht es keinen Sinn, sich direkt nach einem Risikokontakt testen zu lassen: Wenn man sich infiziert hat, lässt sich das erst nach frühestens vier Wochen nachweisen. In der „diagnostischen Lücke“ unbedingt Safer Sex praktizieren!

Um eine Infektion sicher nachzuweisen, werden in der Regel drei Tests durchgeführt: Der erste weist die Antikörper im Blut nach. Bei diesem sogenannten ELISA (Enzyme Linked Immunosorbent Assay) werden die Antikörper an ein Enzym gebunden und es entsteht eine chemische Reaktion, die mit einer Färbung einhergeht.

Bild Blutabnahme
Eine HIV-Infektion wird per Blutuntersuchung
nachgewiesen.

drei-banden photo
Im Western-Blot-Test zeigt sich ein spezifisches
Bandenmuster auf dem Teststreifen

Ist der ELISA-Test positiv, wird er nach drei Monaten wiederholt. Bei wiederum positivem Test sichert der Arzt die positiven ELISA-Ergebnisse mit dem sogenannten Western-Blot-Test. Fallen alle drei Ergebnisse positiv aus, liegt eine HIV-Infektion vor. Einmal positiv sind weitere Tests auch positiv, denn HIV-Antikörper bleiben lebenslang erhalten.

Ausführlichere Informationen zur HIV-Diagnostik im www.hivbuch.de - HIV 2009 – Das Buch zu HIV und Aids - Der HIV-Test

Neugeborene von HIV-positiven Müttern testen zunächst immer HIV-positiv, obwohl sie es nur in sehr seltenen Fällen sind (in Deutschland <2%). In diesem Fall reagiert der Test auf die HIV-Antikörper der Mutter, da diese die Plazenta passieren. Bei Neugeborenen werden daher andere Testverfahren angewendet, um eine Mutter-zu-Kind-Übertragung (vertikale Transmission) auszuschließen. Gemäß den neuen Mutterschaftsrichtlinien muss jeder Schwangeren ein HIV-Test angeboten werden.

HIV-Schnelltests

Der HIV-Schnelltest weist ebenso wie der "normale" HIV-Antikörpertest gegen HIV gebildete Antikörper nach. Das Untersuchungsergebnis liegt aber rascher vor, nämlich innerhalb von 15 bis 30 Minuten nach Abnahme von Blut aus der Fingerbeere oder dem Ohrläppchen. Der Schnelltest ist genauso wie der "normale" HIV-Test mit einer "diagnostischen Lücke" behaftet, d.h. zwischen Risikokontakt und Test muss ausreichend Zeit zur Antikörperbildung vergangen sein. Schnelltests sollten nur zur ersten Orientierung verwendet werden. Das Ergebnis der Testung sollte alsbald im Routine-Labor mit einem herkömmlichen HIV-Test bestätigt werden. Studien haben zudem gezeigt, dass einige Schnelltests im Vergleich zum herkömmlichen HIV-Test eine geringere Sensitivität aufweisen.

Wichtige Einsatzgebiete für den Schnelltest sind Notfallsituationen (z.B. nach Nadelstichverletzungen, bei Notfalloperationen) oder bei Schwangeren mit unbekanntem HIV-Status zum Zeitpunkt der Entbindung. In Deutschland führen einige örtliche Aids-Hilfen anonym Schnellteste durch, unter ärztlicher Überwachung und nach professioneller Beratung. In Ländern mit schlechter medizinischer Infrastruktur sind Schnelltests sinnvoll.

Aids-Phobie

Bei Menschen, die immer wieder ohne Risikokontakt auf HIV-Tests bestehen, kommt differentialdiagnostisch eine Aids-Phobie in Frage. Die Aids-Phobie gehört zu den spezifischen Angststörungen und sollte psychiatrisch/psychotherapeutisch behandelt werden.

Stand: März 2010

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