Boceprevir: neue Therapieoption bei Hepatitis C

27. Juli 2011

 -- Boceprevir ist der erste Vertreter einer neuen Substanzgruppe gegen Hepatitis C – den Proteasehemmern. Sie hemmen die Vermehrung des Virus durch Blockade eines Schlüsselenzym (NS3/4A Serin- Protease).

Die Zulassung von Boceprevir basiert auf zwei großangelegten Phase III-Studien mit  insgesamt 1500 Patienten mit chronischer HCV Genotyp 1 Infektion, die vor lurzem im NEJM veröffentlicht worden sind. Die Gabe von Boceprevir bei erfolglos mit Peginterferon alfa-2b und Ribavirin (RBV) vorbehandelten Patienten führte zu signifikant höheren SVR-Raten im Vergleich zur Standardtherapie.

Die Patienten wurden im Verhältnis 2:1 auf zwei Behandlungsarme aufgeteilt und erhielten zunächst als Lead-in-Phase vier Wochen lang Peginterferon (180 μg/Woche) und RBV (gewichtsadaptiert 1.000 -1.200 mg/Tag). Im Anschluss daran bekam die Verum-Gruppe zusätzlich dreimal täglich 800mg Boceprevir.

Das Ansprechen der Patienten auf Peginterferon/RBV korrelierte deutlich mit der SVR-Rate. Patienten mit gutem Ansprechen in Woche 4 (Abnahme um ≥1 Log-Stufe HCV-RNA IU/ml) erreichten nach 48 Wochen Behandlung unter Triple-Therapie eine SVR von 71% (79/112) im Vergleich zu 25% (14/57) der Patienten der Vergleichsgruppe. Sprachen die Patienten auf die Lead-in-Phase schlecht an (Abnahme um < 1 Log-Stufe HCV-RNA IU/ml), lag die SVR-Rate bei 39% im Boceprevir-Arm und bei 0% in der Vergleichsgruppe. Darüber hinaus konnte mit der Response-gesteuerten Triple-Therapie bei etwa der Hälfte der Patienten die bisherige Standard-Therapiedauer von 48 Wochen um bis zu 20 Wochen verkürzt werden.