Latentes HIV-Reservoir auch unter Therapie stabil

18. Juni 2017

Die latente Integration von HIV  in das Wirtsgenom ist die größte Hürde auf dem Weg zur Heilung.

Bisher ging man davon aus, dass eine ruhende Zelle mit integriertem HIV durch eine Aktivierung zu einer HIV-produzierenden Zelle wird, die nach kurzer Zeit an zytopathischen Effekten des Virus zu Grunde geht. Nun zeigt eine Studie, dass dies nur bei etwa 60% der Zellen der Fall ist. Der Rest teilt sich durch die Aktivierung, ohne dass jedoch HIV reaktiviert wird.

Die Gründe dafür können verschieden sein: HIV kann an einer Stelle integriert sein, die keine Reaktivierung erlaubt, das integrierte HIV kann defekt sein oder zelluläre bzw. virale Faktoren können die Reaktivierung unterdrücken. Entscheidend ist, dass diese kontinuierliche Auffüllung des latenten Reservoirs auch bei einer erfolgreichen ART mit nicht nachweisbarer Viruslast stattfindet, da diese Vorgänge durch die heute verfügbaren Medikamente nicht beeinflusst werden. Daher bleibt das Reservoir unter Therapie stabil oder wird möglicherweise sogar größer.

Dass sich auch replikationskompetente latente Viren durch eine solche klonale Expansion von Zielzellen ausbreiten, lässt sich dadurch zeigen, dass die Viren an der identischen Stelle  im Wirtsgenom integriert sind. Dies wäre bei neuen Infektionsereignissen extrem unwahrscheinlich.

Die Ergebnisse zeigen, wie schwierig es sein wird, eine Heilung mit dem „Shock&Kill“-Ansatz herbeizuführen, da es wohl vieler Aktivierungsrunden bedarf, bis auch die letzte latent infizierte Zelle zu einer Virusproduktion veranlasst werden kann.

Fazit: Neue HIV-infizierte Zellen entstehen nicht nur durch Infektion einer Zelle mit HIV. HIV-infizierte Zellen können sich auch durch Teilung vermehren, wobei die entstehenden Zellen bereits HIV enthalten. Dies scheint auch unter Therapie stattzufinden.   

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