CD4/CD8-Ratio: Alter Hut mit neuem Rand?

07. November 2017

Das Verhältnis von Helfer- zu Suppressor/Cytotoxischen T-Zellen wurde ganz zu Beginn der HIV-Ära als diagnostisches Kriterium eingesetzt. Nun gibt es neue Erkenntnisse.

Der Wert des CD4/CD8-Verhältnisses hängt von vielen Faktoren ab, u.a. Geschlecht, Alter, Rasse, Genetik und Infektionen. Als normal gelten Werte von 1,5-2,5. Eine Umkehr (Inversion, d.h. Werte um 0,5) kommt auch bei der nicht-HIV-infizierten Bevölkerung mit zunehmenden Alter häufiger vor (immerhin 16% der 60- bis 94jährigen). Dennoch ist ein niedriges CD4/CD8-Verhältnis ein Marker für Immunseneszenz und für einige Erkrankungen (Herz-Kreislauf, metastasierende Krebserkrankungen) ein ungünstiger prognostischer Faktor.

Doch gerade bei Menschen mit HIV erweist sich die CD4/CD8-Ratio als hilfreicher Marker: So ist eine niedrige Ratio stärker mit einer schlechten Impfantwort gegen Hepatitis B oder Gelbfieber assoziiert als eine niedrige Helferzellzahl. Außerdem gibt es Zusammenhänge mit neurokognitiven Erkrankungen, COPD, Lungenkrebs und insgesamt erhöhter Morbidität und Mortalität.

Entscheidend für eine Normalisierung der Ratio scheint der frühe Beginn der HIV-Behandlung zu sein: 90% der Menschen mit HIV, die mit der ART während der primären HIV-Infektion beginnen, erreichen eine normale Ratio innerhalb der nächsten 6 Jahre und praktisch alle innerhalb von 10 Jahren. Umgekehrt erreichen die meisten Infizierten, die erst in der chronischen Phase mit der Behandlung beginnen, nicht einmal nach 14 Jahren Therapie und CD4-Zellen über 500/µl eine normale Ratio.

Möglicherweise hat auch die CMV-Infektion einen Einfluss, da große Menge an CMV-spezifischen CD8-Zellen die Ratio drücken. Der Einfluss anderer Erreger wie der von Tuberkulose, Toxoplasmose oder Leishmaniasis ist wahrscheinlich aber weniger gut untersucht.

Eventuell eignet sich die Ratio sogar als Marker für die Größe des HIV-Reservoirs im Körper: Je niedriger die Ratio, desto mehr integrierte HIV-DNA findet man. Es scheint sich also zu lohnen, diesen „uralten“ Parameter weiter zu untersuchen.


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