a4b7-Integrin und HIV-Risiko

29. Januar 2018

Das Rezeptormolekül scheint das Risiko einer HIV-Infektion zu erhöhen.

Erstmalig konnte ein Zusammenhang zwischen einer erhöhten Anzahl von CD4-Zellen mit dem a4b7-Integrin und einem ebenfalls erhöhten HIV-Infektionsrisiko gezeigt werden.

Frauen, die mehr solcher Zellen hatten, steckten sich leichter mit HIV an und die HIV-Infektion schädigte das Immunsystem schneller als bei Frauen mit weniger dieser Zellen.

a4b7-Integrin ist ein sogenannter „Homing-Rezeptor“, der dazu führt, dass diese Zellen bevorzugt in den Darm einwandern. Sind diese Zellen mit HIV infiziert, führt dies zu einer schnelleren und stärkeren Schädigung des Darmimmunsystems.

Die Studie wurde an Frauen aus der CAPRISA004-Studie durchgeführt (die damals die Wirksamkeit von vaginalem Tenofovir-Gel untersucht hatte) sowie an einer separaten Kohorte von 41 Sexarbeiterinnen aus Kenia. Für je 1% Anstieg an Zellen mit a4b7-Integrin stieg das Risiko einer HIV-Infektion um 18%. Bei den Frauen, die sich angesteckt hatten, war die Viruslast innerhalb einiger Monate nach Infektion höher und die Zahl der CD4-Zellen niedriger, wenn sie vor der Infektion viele Zellen mit a4b7-Integrin hatten.

Offenbar greift HIV Zellen mit a4b7-Integrin früh im Verlauf der Infektion an, vor allem im Darm. Auch bei einer sehr frühen antiviralen Behandlung tritt dieser Schaden auf.

Forscher untersuchen deshalb derzeit die Wirkung eines Antikörpers gegen a4b7-Integrin, Vedolizumab, der bereits zur Behandlung von Colitis ulcerosa und Morbus Crohn zugelassen ist. In Studien an Affen hatte ein vergleichbarer Antikörper nach nur achtmaliger Gabe zur Remission bei einigen der Tiere geführt. Die Ergebnisse der Studie beim Menschen werden später in 2018 erwartet.

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