Eine Pille einmal wöchentlich

11. Januar 2018

Bei Tieren funktioniert es bereits. Jetzt wird das System auch für die HIV-Therapie entwickelt.

Die Idee ist einfach und effektiv: Um Wirkstoffe, die eigentlich einmal täglich gegeben werden müssten, einmal wöchentlich anwenden zu können, braucht man eigentlich nur ein System, dass die Medikamente nach der Einnahme im Magen vorhält und dann zeitlich versetzt abgibt.

So ein System ist nun in Entwicklung: Es besteht aus sechs Polymerstäbchen, die an einem Ende zu einer Art Stern verbunden sind. Zusammengefaltet passt dieses System in eine Kapsel, die sich oral verabreichen lässt. Die sechs Polymere sind so ausgewählt, dass sie sich im Magen zeitversetzt auflösen und ihre Medikamentfracht freisetzen. Durch die Sternform, die sich nach Auflösen der Kapsel entfaltet, wird gewährleistet, dass das System bis zur kompletten Auflösung im Magen verbleibt.

Elastomeric core

Ein ähnliches System wird bereits in der Tiermedizin verwendet, um eine längerfristige Behandlung mit dem Antiparasitikum Ivermectin zu ermöglichen.

Der mögliche Einsatz im Bereich HIV wird derzeit an Schweinen mit den Wirkstoffen Dolutegravir, Rilpivirin und Cabotegravir erprobt. Tenofovir eignet sich nicht, da es im Magenmilieu nicht stabil genug ist, um länger als ein paar Stunden dort zu verweilen. Außerdem eignet sich das System nur für Wirkstoffe, bei denen maximal 50mg/Tag benötigt werden, sonst wird es zu groß für eine orale Einnahme.

Wollen wir hoffen, dass man durch dieses System keine Bauchschmerzen bekommt...

Nachrichten

Weitere Meldungen weiter

Diese Website bietet aktuelle Informationen zu HIV/Aids sowie zur HIV/HCV-Koinfektion. Im Mittelpunkt stehen HIV-Test, Symptome und Auswirkungen der HIV-Infektion, Behandlung der HIV-Infektion, HIV-Medikamente mit Nebenwirkungen und Komplikationen, Aids, Hepatitis B und C. Ein Verzeichnis der Ärzte mit Schwerpunkt HIV ergänzt das Angebot.