HIV-Reservoir durch Checkpoint-Blocker verkleinert

24. Januar 2018

Die Immuntherapie mit Checkpoint-Blockern ist eine neue Möglichkeiten der Krebstherapie.  Wie wirkt sich diese Behandlung auf HIV aus?

Erst vor kurzem wurde gezeigt, dass auch Menschen mit HIV mit Checkpoint-Blockern (CTLA-4 und/oder PD-1) behandelt werden können. Diese Art der Behandlung wird bei bestimmten Krebserkrankungen eingesetzt, wenn eine erste Chemotherapie nicht erfolgreich war oder es zum Relapse kam.

Nun wird ein HIV-Patient beschrieben, der wegen Lungenkrebs zunächst chirurgisch und dann mit einer herkömmlichen Chemotherapie (Cisplatin und Pemetrexed) behandelt wurde. Nach weniger als sechs Monaten trat der Krebs wieder auf und es wurde eine Behandlung mit dem PD1-Blocker Nivolumab eingeleitet.

Wie es mit der Krebserkrankung weiterging, erfahren wir nicht (die Autoren schreiben nur von „stable disease“), aber trotz einer weitergeführten Behandlung mit Tenofovir/Emtricitabine/Dolutegravir stieg die Viruslast bis auf 101 Kopien/ml (Tag 45) an, um dann wieder auf 31 Kopien/ml (Tag 120) abzufallen. Die T-Zell-Aktivierung nahm zu und (das heben die Autoren besonders hervor), während die zellassoziierte HIV-DNA (d.h. integrierte Proviren) von 369 Kopien/106 Zellen (Tag 0) auf 30 Kopien/106 Zellen (Tag 120) abfiel.

Dies deuten die Autoren als erfolgreiche Anwendung des „Shock&Kill“-Prinzips, d.h. die Behandlung mit Nivolumab aktiviertr die virusinfizierten Zellenund diese wurden durch die ebenfalls aktivierten Killerzellen vernichtet – soweit zumindest die Theorie.

Kommentar Siegfried Schwarze, Berlin:

Bei diesem Patienten wurde gerade mal eine Verringerung des HIV-Reservoirs um etwas mehr als eine log-Stufe beobachtet. Nach theoretischen Überlegungen muss das Reservoir für eine Heilung von HIV um sechs (!) log-Stufen verringert werden, also wäre eine zehntausendfach stärkere Wirkung nötig als in diesem Beispiel. Gleichzeitig ist eine Immuntherapie mit PD1-Blockern nicht ohne. Wegen der möglichen schweren Nebenwirkungen wird die Behandlung in der Regel auf der Intensivstation durchgeführt.Wieder einmal wird deutlich, dass bis zu einer endgültigen Heilung der HIV-Infektion vermutlich noch ein langer Weg sein wird.

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