Caspase-Inhibitoren: Neuer Behandlungsansatz?

21. März 2018

Bei der HIV-Infektion gehen viele CD4-Zellen nicht durch das Virus zugrunde, sondern durch die Apoptose. Kann durch deren Blockade etwas bewirkt werden?

Angeregt durch mehrere Studien, die zeigten, dass die Immunaktivierung bei der HIV-Infektion entscheidend für die Krankheitsprogression ist, untersuchten Forscher nun einen Hemmstoff des „Selbstmordmechanismus“ der CD4-Zellen.

Dieser Selbstmord der CD-Zellen (Apoptose) wird über Enzyme, sogenannte Caspasen, vermittelt. In dieser Studie wurde ein neuer Caspase-Inhibitor, Q-VD-OPH, untersucht.

Bei Affen wurde fünf Tage nach der SIV-Infektion und dann in zweitägigen Abständen insgesamt fünfmal Q-VD-OPH verabreicht. Dadurch konnte das massive Absterben von CD4-Zellen verhindert und das CD4/CD8-Verhältnis im lymphatischen Gewebe und im Darm erhalten werden. Außerdem kam es zu spezifischen CD4-Immunantworten mit der Expression zytotoxischer Marker.

Die Wirkung blieb weit über das Absetzen der Behandlung hinaus bestehen. Die Tiere hatten stabile CD4-Zahlen und keine Krankheitsprogression.

Die Forscher spekulieren, dass dieser Ansatz zusammen mit anderen Interventionen eine neue, immuntherapeutische Behandlungsmethode der HIV-Infektion sein könnte.

 CD4-Zellzahl

Bild: Bei den behandelten Tieren (rechts) bleibt die CD4-Zellzahl langfristig stabil – es erfolgt keine Krankheitsprogression


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