Genveränderte Stammzellen erfolgreich

27. April 2018

Veränderte Zellen reduzieren die Größe des  Virusreservoirs.

Im Jahr 2007 erhielt Timothy Brown, auch bekannt als der „Berliner Patient“, eine Knochenmarkstammzelltransplantation zur Behandlung seiner Leukämie. Das Verfahren löschte alle HI-Viren aus seinem System, wahrscheinlich erleichtert durch eine Mutation im CCR5-Gen in den Spenderzellen,das gegen HIV macht. Spender mit CCR5-Mutation sind aber selten und die Transplantation gilt als zu gefährlich für ansonsten gesunde HIV-positive Patienten, da u.a. auch das Risiko besteht, dass Spenderzellen die Zellen der Patienten angreifen (Graft-vs.-Host-Reaction).

Um dieser Herausforderung zu begegnen, erforschen Peterson und Kollegen den Einsatz von Gen-Editing-Techniken, um die CCR5-Mutation in die patienteneigenen Stammzellen einzubringen. In früheren Arbeiten gelang es ihnen bereits, einem gesunden Affen Knochenmarksstammzellen zu entnehmen, das CCR5-Gen zu verändern und die Zellen wieder zurück zu transplantieren, wo sich die CCR5-deletierten Zellen erfolgreich vermehrten.

Jetzt hat diese Arbeitsgruppe die gleiche Technik an Makaken angewandt, die mit SHIV infiziert waren und eine ART erhielten. Die Wissenschaftler fanden, dass sich die genmodifizierten Stammzellen nach der Re-Transplantation vermehrten und weiße Blutkörperchen bildeten, die ebenfalls die Mutation trugen und daher resistent gegen SHIV waren.

Bei Gewebeuntersuchungen fand man, dass die genveränderten Zellen auch die Größe des viralen Reservoirs reduzierten.

Im Laufe der Zeit bestanden etwa 4 Prozent der weißen Blutkörperchen jedes Affen aus Zellen mit der CCR5-Modifikation - ein zu niedriger Prozentsatz, um nach Absetzen der ART eine SHIV-Remission zu induzieren. Das Forschungsteam arbeitet nun daran, die Effizienz der Gen-Editing-Technik zu steigern, um diesen Prozentsatz zu erhöhen. Mit besserer Effizienz und in Kombination mit anderen Strategien könnte die Genveränderung eines Tages helfen, HIV bei Menschen zu bekämpfen.

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