Kaposi-Sarkom

03. Juli 2018

Vergleich von Chemotherapie-Optionen

Das Kaposi-Sarkom ist selten geworden. Dennoch brauchen wir auch für diese wenigen Fälle wirksame Therapien.

Eine Studie des  amerikanischen National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) und des National Cancer Institute verglichen drei verschiedene Chemotherapien gegen Kaposi-Sarkom (KS) in Kombination mit einer HIV-Therapie. Die Studie, die in Afrika und Südamerika stattfand (nur dort fand man genügend Patienten) wurde wegen eindeutiger Ergebnisse vorzeitig beendet.

KS ist ein Krebs, der zum Wachstum abnormalen Gewebes in der Haut, in den Schleimhäuten von Mund und Hals, in den Lymphnoten, Lungen und anderen innerer Organen führt. KS tritt bei HIV-Patienten auf, deren Immunsystem stark geschwächt ist und kommt heute vor allem in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen vor. Die Krankheit wird durch das Humane Herpesvirus 8 (HHV-8) verursacht und Infektionen mit diesem Virus sind in Sub-Sahara-Afrika vergleichsweise häufig. Dank der Verfügbarkeit (und des frühen Einsatzes) moderner HIV-Therapie findet man in Nordamerika und Europa kaum noch Patienten mit KS, deshalb wurde diese Studie in Afrika und Südamerika durchgeführt.

Die randomisierte Phase III-Studie wurde seit 2013 bei 334 Männern und Frauen in sechs Ländern durchgeführt. Ursprünglich hatte die Studie drei Arme (jeweils in Kombination mit einer HIV-Therapie):

  • Paclitaxel i.v.
  • Bleomycin/Vincristin i.v.
  • Etoposid als Tabletten

Der Etoposid-Arm wurde 2016 beendet, da er dem Paclitaxel-Arm deutlich unterlegen war. Die Verabreichung von Etoposid benötigt im Gegensatz zu den anderen beiden Armen keine spezialisierten Chemotherapie-Zentren. Paclitaxel + antiretrovirale Therapie (ART) ist derzeit Standard der KS-Behandlung in den USA während in vielen anderen Ländern noch Bleomycin/Vincristin + ART eingesetzt wird.

Am 13. März 2018 empfahl das „Data Safety Monitoring Board“ (DSMB) die Studie vorzeitig zu beenden, da im Paclitaxel-Arm weniger Patienten ein Fortschreiten der Tumorerkrankung aufwiesen und die Rate an progressionsfreiem Überleben höher war. Allen Patienten in der Studie wird nun eine Behandlung mit Paclitaxel + ART angeboten.

In Deutschland ist die Chemotherapie mit liposomalen Doxorubcin Standard. Diese Behandlung ist gut verträglich, allerdings teurer als die in der Studie geprüften Optionen. Weitere Behandlungsoptionen, vor allem die modernen Checkpoint-Blocker Nivolumab und Pembrolizumab, werden derzeit geprüft.



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