HIV-Transmission

03. Oktober 2018

Ungewöhnlicher Infektionsweg von Vater auf Sohn.

Bei einem 4jährigen Kind wurde eine HIV-Infektion diagnostiziert. Die Mutter war HIV-negativ. Deshalb wurde eine forensische Untersuchung eingeleitet.

Das Kind wurde im April 2009 geboren. Zu diesem Zeitpunkt war der Vater an  Windpocken und Syphilis erkrankt. 3 Wochen nach der Geburt des Sohnes wurde beim Vater eine HIV-Infektion diagnostiziert. Die Viruslast des Vaters lag bei 16.000 Kopien/ml, die CD4-Zahl betrug 700/µl.

Phylogenetische Analysen bestätigten die enge Verwandtschaft der Viren von Vater und Sohn und als Zeitpunkt der Transmission die Zeit kurz nach der Geburt. Aus diesem Grund sah man von einer gerichtlichen Verfolgung des Falles ab.

Ein sexueller Mißbrauch ist damit nicht grundsätzlich ausgeschlossen, doch man geht davon aus, dass HIV in diesem Fall auf andere Weise übertragen wurde. Der Mann hatte im Stadium der HIV-Serokonversion vermutlich eine hohe Viruslast, so dass auch die Flüssigkeit in den Windpocken-Blasen möglicherweise viel HIV enthielt. Die Viren aus geplatzen Blasen könnten bei der Pflege der frischen Nabelschnur des Neugeborenen in den Körper gelangt sein.

Meldungen

Ältere Meldungen weiter

Diese Website bietet aktuelle Informationen zu HIV/Aids sowie zur HIV/HCV-Koinfektion. Im Mittelpunkt stehen HIV-Test, Symptome und Auswirkungen der HIV-Infektion, Behandlung der HIV-Infektion, HIV-Medikamente mit Nebenwirkungen und Komplikationen, Aids, Hepatitis B und C. Ein Verzeichnis der Ärzte mit Schwerpunkt HIV ergänzt das Angebot.