Hepatitis C

13. November 2018

Viren in Nase und Enddarm nachgewiesen

Hohe Konzentrationen des Hepatitis-C-Virus sind in der Rektum- und Nasenflüssigkeit von Menschen mit hoher Hepatitis-C-Viruslast zu finden, berichteten österreichische Forscher am Sonntag beim AASLD Liver Meeting 2018.

Die Ergebnisse bestätigen die die Möglichkeit der Übertragung des Hepatitis-C-Virus durch das gemeinsame Verwenden von zusammengerollten Banknoten oder Plastikstrohhalmen zum Sniefen von Drogen.

Die Studie untersuchte die HCV-RNA-Werte in Rektum- und Nasensekret bei 47 Erwachsenen (40 Männer und 7 Frauen), 42 von ihnen HIV-positiv und 23 Männer, die Sex mit Männern hatten. Die Teilnehmer mussten eine nachweisbare HCV-Viruslast (RNA) aufweisen. Die mediane HCV-Viruslast der Teilnehmer betrug 6,03 log IU/ml (etwas über 1 Million IU/ml). 32 % der Teilnehmer waren akut mit HCV infiziert. Dr. Chromy sagte, dass die Mehrheit der akuten Infektionen bei MSM entdeckt wurden.

Rektum- und Nasensekret wurden durch Tupfer entnommen und die Studie schloss jeden aus, der an einer rektalen oder nasalen Infektion oder einem anderen Zustand litt, der den Tupfer mit Blut verunreinigen könnte.

70% der Teilnehmer stellten mindestens eine rektale oder nasale Probe zur Verfügung, die für HCV-RNA positiv war. Das Nasensekret enthielt mit höherer Wahrscheinlichkeit HCV (62% aller Teilnehmer) als das Rektalsekret (47% aller Teilnehmer). Die mediane Viruslast im Blut war bei Menschen, deren Nasen-/Rekutmsekret positiv getestet worden war, signifikant höher (6,28 log IU/ml vs. 4,08 log IU/ml; p<0,001). Die mediane HCV-RNA war in nasalen Proben (2,76 log IU/ml) höher als in rektalen Proben (1,78 log IU/ml). Diese HCV-Mengen wären ausreichend, um das Virus zu übertragen.

Der Nachweis von HCV-RNA war nicht abhängig vom HIV-Status, von der akuten HCV-Infektion oder vom möglichen Erwerbsweg.

32 Studienteilnehmer gaben Auskunft über mögliche Risiken für den Erwerb oder die Übertragung von HCV in den letzten sechs Monaten. 69% berichteten über nasalen Drogenkonsum und knapp die Hälfte dieser Teilnehmer berichtete über das Teilen von Snief-Utensilien. 31% berichteten über injizierenden Drogenkonsum, aber die gemeinsame Nutzung von Injektionsutensilien war weit weniger verbreitet als die gemeinsame Nutzung von Snief-Utensilien (6%).

Zwei Drittel berichteten über aufnehmenden Analverkehr, aber nur 6% berichteten über die häufige Verwendung von Kondomen.

Die Ergebnisse wurden von Dr. David Chromy von der Medizinischen Universität Wien im Auftrag der Wiener HIV & Leber Studiengruppe vorgestellt. Dr. Chromy sagte, dass "ungeschützter Analverkehr und das Teilen von Snief-Utensilien Hochrisikopraktiken für die HCV-Übertragung bei virämischen Patienten darstellen", und dass die Patienten vor den potenziellen Risiken gewarnt werden müssen.



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