Wie zuverlässig ist der HIV-Heimtest?

15. Januar 2019

Selbst gute Heimtests können falsch positiv sein. Wie wahrscheinlich ist ein falsches Ergebnis?

Seit Oktober 2018 sind HIV-Schnelltests frei verkäuflich. Die Deutsche Aids-Hilfe empfiehlt Tests mit einem CE-Kennzeichen und einer nahezu hundertprozentigen Sensitivität, d.h. der Test sollte bei richtiger Anwendung keine HIV-Infektion „übersehen“. Fällt ein solcher Test positiv aus und liest man in der Gebrauchsanleitung nach, steht dort: „Sie sind wahrscheinlich HIV-positiv“. Was heißt das nun? Wie wahrscheinlich ist man HIV-positiv?

In der Gebrauchsanleitung der guten Tests steht, der Test hat eine Sensitivität von 100% und eine Spezifität von 99,8%. Die Sensitivitätsteht für die Wahrscheinlichkeit, mit der das Testergebnis einer tatsächlich HIV-infizierten Person positiv ausfällt. Die Spezifität bedeutet, dass der Grund für ein positives Ergebnis tatsächlich auch eine HIV-Infektion ist. In 0,2% der Fälle ist der Test somit im Hinblick auf eine HIV-Infektion „falsch-positiv“.

Das ist auf den ersten Blick wenig, doch die Statistiker des Max-Planck-Institut für Bildungsforschung haben in ihrer „Unstatistik des Monats“ mit den Zahlen jongliert und beispielsweise für verschiedene Bevölkerungsgruppen unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten errechnet. Das ist durchaus interessant, aber eigentlich nicht relevant, denn niemand weiß, ob man nun zu der kleinen Minderheit der „Falsch-Positiven“ gehört. Da hilft auch kein zweiter Heimtest, sondern nur ein Bestätigungstest, der z.B. beim Arzt, Gesundheitsamt, Aids-Hilfe usw. gemacht werden kann.


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