Therapeutische Impfung

20. Februar 2019

Eine Impfung mit dem Nicht-Struktur-Protein Tat zeigt überraschende Erfolge.

Neue Daten lassen hoffen, dass eine Impfung gegen Tat eine wertvolle Ergänzung einer HIV-Therapie darstellen könnte und möglicherweise dazu beitragen könnte, dass Menschen mit HIV längere Zeit ohne HIV-Therapie auskommen könnten.

Tat ist ein Protein von HIV, das vielfache Aufgaben hat. Unter anderem kontrolliert es die Latenz (die Abkürzung Tat stammt von „Trans-Aktivator“), aber es kann auch außerhalb von Zellen wirken und z.B. die Differenzierung naiver CD4-Zellen In Effektor-Memory-Zellen anregen.

Nur ein geringer Anteil der HIV-Infizierten bildet Antikörper gegen Tat, aber wenn diese vorhanden sind, korreliert dies mit einer langsameren Krankheitsprogression. Dies führte dazu, dass man Tat als Impfstoffkanditaten auswählte.

Die Ergebnisse von zwei Phase 2-Studien in Italien und Südafrika ließen bereits vermuten, dass eine Impfung gegen Tat (zusätzlich zur normalen HIV-Therapie) einen Anstieg der CD4-Zellen stimuliert, die Reaktivität des Immunsystems verbessert und das Virusreservoir reduziert.

Nun wurden die Daten von 92 geimpften Patienten aus der italienischen Studie (ISS T-002) vorgestellt, die über 8 Jahre nachbeobachtet wurden:

Anti-Tat-Antikörper über den ganzen Zeitraum hatten 34/92 (37%) der Geimpften. Der Anstieg der CD4-Zellen erreichte ein stabiles Plateau fünf Jahre nach der Impfung; den höchsten Anstieg (+165 Zellen/µl) hatten die Probanden, die 3x30 µg Tat erhalten hatten. Selbst bei Patienten, die einen CD4-Nadir von unter 250 Zellen/µl aufwiesen, stieg die Anzahl der CD4-Zellen – meist auch einhergehend mit einer Verbesserung der CD4/CD8-Ratio, einem wichtigen prognostischen Marker.

Die provirale DNA nahm im Laufe der Zeit mit einer Halbwertszeit von 2-3 Jahren ab mit einer geschätzten Verringerung um 90% nach acht Jahren in der Gruppe, die 3x30 µg Impfstoff erhalten hatte. Bei den Studienteilnehmern, die bei allen Untersuchungen während der Nachbeobachtung eine nicht-nachweisbare Viruslast hatten , errechnete man eine theoretische „Zeit bis zur Eradikation“ von 31 Jahren. Aber selbst bei Patienten mit schlechter Adhärenz sah man eine Verringerung des Reservoirs.

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