Heilung

27. März 2019

Eine Zeitlang galt der Antikörper Vedolizumab als Hoffnungsträger.

2016 sorgte eine Studie für Aufsehen: Affen, die nach der Infektion mit ART und Vedolizumab behandelt worden waren, hatten nach Absetzen der Behandlung eine anhaltende Virussuppression für 9 Monate und mehr. Die Affen im Kontrollarm hingegen entwickelten Aids und starben.

Diese Ergebnisse wurden als so vielversprechend angesehen, dass man parallel zur Bestätigungsstudie an Affen sofort eine Pilotstudie mit HIV-infizierten Menschen begann.

Weder die Affenstudie noch die am Menschen konnten die Ergebnisse der ersten Studie wiederholen. Dies war umso erstaunlicher, als für die Affenstudie derselbe Virusstamm verwendet wurde.

It was the virus, stupid!

Doch genau hier könnte die Erklärung liegen: Verwendet wurde der Stamm SIVmac239, der einen Deletion im nef-Gen aufweist, was das Virus in seiner Vermehrungsfähigkeit einschränkt. Grund ist, dass das Ursprungsvirus ohne Mutation sich in Affen so aggressiv vermehrt, dass die Tiere in wenigen Monaten sterben. Doch auch das mutierte Virus mit nef-Deletion mutiert manchmal zum Wildtyp zurück. Genau das scheint in der Wiederholungsstudie passiert zu sein.

Es gibt also mindestens zwei Erklärungsansätze:

  1. Möglicherweise war in der ersten Studie noch ein bisher unbekannter Faktor im Spiel

  2. Vielleicht fand in der ersten Studie keine Rückmutation zum nef-Wildtyp statt und die Wirkung von Vedolizumab kommt nur bei künstlich abgeschwächten Viren zum tragen.

Noch ist die genaue Wirkung von Vedolizumab im Setting einer HIV-Infektion nicht verstanden. Weitere Untersuchungen laufen.


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