Corona-Varianten

12. Januar 2021

Mittlerweile sind drei relevante Corona-Varianten beschrieben.

England B.1.1.7

Südafrika B.1.351

Brasilien B.1.1.28P1

Die Varianten sind nach dem Ort ihrer Erstbeschreibung benannt, mittlerweile aber überall in mehr oder weniger stark verbreitet. Sie zeichnen sich durch eine ungewöhnlich hohe Anzahl an nicht-synonymen Polymorphismen aus, vor allem im viralen Spike Protein, von denen drei Aminosäureänderungen Einfluss auf die phänotypischen Eigenschaften der Viren nehmen könnten:

  • N501Y: Erhöhung der Affinität für das zelluläre ACE2 Rezeptorprotein und erhöht damit vermutlich die Übertagbarkeit
  • E48K könnte Antikörper ausweichen
  • ΔH69/ΔV70 Deletion: gehäuftes Auftreten gemeinsam mit anderen Mutationen der Rezeptorbindungsdomäne des S Proteins und könnte die Bindungsfähigkeit an Zellen erhöhen
  • P681H: Könnte die Prozessierung der benachbarten Furinspaltstelle modifizieren und den Eintritt in die Zelle erleichtern

Bisher gibt es keine Hinweise auf eine grundsätzliche Veränderung der von den Varianten ausgelösten Erkrankung. Aufgrund der beobachteten Prävalenzzunahme geht man von einer erhöhten Infektiosität der Varianten aus und aufgrund der häufigen Zeitinfektionen in Brasilien von einem geringeren Antikörperschutz gegen Neuinfektionen mit dieser speziellen Variante aus. Zu der Effektivität der Schutzimpfungen gegen die neuen Varianten gibt es keine Daten am Menschen, lediglich Hinweise aus dem Reagenzglas. Es könnte aber sein, dass der Impfschutz gegen die brasilianische Variante geringer ist, nachdem dieses Virus auch den Antikörper-Schutz der ersten Infektion überwindet.  

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