Fortbildung, Praxismanagement und Wissenschaft

DAGNAEDie DAGNÄ hat viele Aufgaben und ist daher in vielen Bereichen aktiv. Es wurden eine neue Internet-Plattform mit der Möglichkeit zur zertifizierten Fortbildung geschaffen und zwei Umfragen durchgeführt, um die niedergelassenen HIV-Schwerpunktärzte im Hinblick auf das obligate Qualitätsmanagement und den Bundesmantelvertrag vorwärts zu bringen. Aber auch die Wissenschaft kommt nicht zu kurz. Die Ergebnisse der von der DAGNÄ initiierten Studie zur Therapie der akuten HIV-Infektion wurden kürzlich auf der CROI in Los Angeles als Late Breaker präsentiert.

NEU: ONLINE-FORTBILDUNG


Abb. 1: Online-Fortbildung DAGNÄ


Abb. 2: Qualitätsmanagement-Richtlinie
- Zeitplan (Quelle: KBV)

Mit ihrer Online-Fortbildungsinitiative hat die DAGNÄ pünktlich zum vergangenen Workshop im September ein weiteres Feld bearbeitet. Nun ist es soweit und die Vorträge sind als Online-Fortbildung abrufbar. Die DAGNÄ hat sich zur Aufgabe gesetzt, den Wissenszuwachs und die neuesten klinischen Erkenntnisse in der HIV- Behandlung als Online-Fortbildung zu veröffentlichen.

Auf der MedLearning-Plattform finden Sie derzeit 9 von der DAGNÄ erstellte Fortbildungsmodule, unter anderem auch das Thema "Frauen und Kinder". Mit einem bestandenen Wissenstest können Sie je 2 CME-Punkte erreichen (insgesamt 18 CME-Punkte). Alle zur Verfügung stehenden Module der DAGNÄ sind zertifiziert.

Alle DAGNÄ-Module werden in einer Kombination aus dem Live-Audio-Vortrag und Folien angeboten. Sie haben zudem die Möglichkeit, die Folien als PDF-Version zu speichern oder zu drucken.

Sie finden die Übersicht der Fortbildungseinheiten auf der Startseite der DAGNÄ unter www.dagnae.de/ oder auf der CME-Internetplattform www.medlearning.de/dagnae/moduls.htm.

Ein besonderer Dank geht an die Referenten, die sich sehr viel Mühe bei der Umsetzung der Online-Fortbildung gegeben haben. Ohne sie wäre dieses Projekt nicht realisierbar gewesen.

QUALITÄTSMANAGEMENT


Abb. 3: Umfrage „Qualitätsgesicherte Behandlung
und Betreuung von HIV/AIDS- Patienten”

Seit Januar 2006 gilt die Qualitätsmanagement-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses in der vertragsärztlichen Versorgung. Innerhalb von vier Jahren nach In-Kraft-Treten dieser Richtlinie muss jeder an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Arzt, Psychotherapeut sowie jedes medizinische Versorgungszentrum ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement (QM) einführen und weiterentwickeln.

Ab dem 1. Quartal 2007 sollen von den KVen gegründete QM-Kommissionen jährlich 2,5% der Ärzte daraufhin überprüfen, ob QM durch den Arzt in der Praxis eingeführt wird/wurde. Bis 2010 werden jedes Jahr 2,5% aller Praxen geprüft, das sind von 2007-2010 insgesamt 10% aller Praxen! Im Falle einer Überprüfung sollte der Arzt eine schriftliche Dokumentation über den Entwicklungsstand von QM in seiner Praxis vorlegen können.

HIV-SPEZIFISCHES QM

Aufgrund der hohen Schnittmenge zwischen den Anforderungen der QM-Richtlinie und dem von der DAGNÄ e.V. und der KBV erarbeiteten Vertragsentwurf für HIV-Schwerpunktpraxen, sind die HIV-Zentren durch die zeitnahe Einführung von Qualitätsmanagement für zukünftige Anforderung seitens der KBV oder auch der Krankenkassen gut gerüstet.

Bei der Einführung von Qualitätsmanagement ist es allgemein üblich, Musterdokumente oder Musterhandbücher als Vorlage zu verwenden. Bisher gibt es noch keine für HIV-Schwerpunktpraxen spezifischen Dokumente. Aus diesem Grund führte die DAGNÄ Ende letzten Jahres bei allen Mitgliedern eine Umfrage zum "Qualitätsmanagement in HIV-Schwerpunktpraxen" durch.

Eine erste Auswertung der Ergebnisse hat ergeben, dass sich die Mehrheit der Befragten bereits mit dem Thema auseinandergesetzt hat und sich eine Unterstützung durch die DAGNÄ bei der Umsetzung von Qualitätsmanagement wünscht. Insbesondere wurde hier der Wunsch nach einer Musterdokumentation geäußert.


Abb. 4: Ac-DAG - Endbericht

Armin Goetzenich (stellv. Geschäftsführer)
DAGNÄ e.V.
Blondelstraße 9 · D - 52062 Aachen
Tel.: +49 (0241) 26 79 9
Fax: +49 (0241) 40 86 52
Vorstand: Dr. med. H. Knechten, Aachen
Dr. med. J. Gölz, Berlin
Dr. med. H. Jäger, München
Verein@dagnae.de
http://www.dagnae.de

BUNDESMANTELVERTRAG

Nach Gesprächen mit den Krankenkassen zur Umsetzung des Bundesmantelvertrags wurde eine weitere Umfrage bei den DAGNÄ-Mitgliedern initiiert. Die Kostenträger sind daran interessiert, inwieweit eine bundeseinheitliche Lösung die finanziellen Ressourcen der jeweiligen Kassen zusätzlich belastet.

Erreicht werden soll eine aktuelle Übersicht über die regionale Vertragssituation. Zusätzlich zu eruieren ist die Gesamtzahl an zusätzlichen HIV-Patienten, die über eine bundeseinheitliche Lösung mit in die Vergütung kommen würde.


Abb. 5: Poster AC-DAG, XVI.
AIDS Conference Toronto, 08/2006

LATE BREAKER AUF DER CROI

Das DAGNÄ-Projekt zur Behandlung der akuten HIV-Infektion (Prime-DAG/Ac-DAG) ist auf der 14. CROI (Conference on Retroviruses and Opportunistic Infections) 2007 in Los Angeles als Late-Breaker (oral presentation) angenommen worden.

Die DAGNÄ freut sich ganz außerordentlich über diesen Erfolg.

Aus diesem Anlass möchte die DAGNÄ sich ganz herzlich bei den teilnehmenden Zentren und Sponsoren für die Unterstützung bedanken.

Ohne die Unterstützung der HIV-Schwerpunktzentren wäre diese in Deutschland einmalige Kohorte für die DAGNÄ nicht realisierbar gewesen.

Bereits in einigen Kongressberichten wurden die beiden multizentrischen Ac-DAG /Prime-DAG Kohorten als sorgfältig evaluiert und eindrucksvoll geschildert. Zusammen mit den HIV-Schwerpunktpraxen ist es gelungen, das Bewusstsein zur primären HIV-Infektion bei den behandelnden Ärzten zu steigern. Nach Meinung der DAGNÄ konnten auch die wissenschaftlichen Daten aus den 42 Zentren in Deutschland und Österreich das Management der akuten HIV-Infektion bereichern.

Die DAGNÄ hofft, auch in Zukunft solche richtungsweisenden Projekte für die HIV-Versorgung in Deutschland erstellen zu können.


Vorankündigung

Mitgliederversammlung der DAGNÄ
Münchner AIDS Werkstatt
Samstag, 17. März 2007, 13 -14 Uhr

DAGNÄ-Workshop im Rahmen des DÖAK
Freitag, 29. Juni 2007, 14 -16 Uhr

17. Deutscher Workshop der DAGNÄ
Samstag, 08. September 2007
in Köln, Renaissance Köln Hotel

Nachrichten

  • Positives Votum für QUAD-Pille

    14. Mai 2012: Der Beratungssausschuss für antivirale Arzneimittel der amerikanischen FDA hat die Zulassung der sogenannten QUAD-Pille empfohlen.weiter

  • Hepatitis C-Koinfektion erhöht Mortalität

    09. Mai 2012: Patienten mit HIV/HCV-Koinfektion haben ein um 50% höheres Risiko zu sterben als HIV-Infizierte ohne chronische Hepatitis C.weiter

  • Telaprevir: Keine Interaktionen mit Rilpivirin und Etravirin

    20. April 2012: Beide NNRTI vermindern den Spiegel von Telaprevir, jedoch nicht in klinisch relevantem Ausmaß.weiter

  • Leberschädigende Medikamente erkennen

    11. April 2012: Im Rahmen der Initiative „Mechanism Based Improved Systems for the Prediction of Drug-Induced Liver Injury (MIP-DILI)“ wollen die Wissenschaftler neue Testverfahren entwickeln, die das leberschädigende Potenzial eines Wirkstoffs zu einem frühen Zeitpunkt in der Arzneimittelentwicklung erfassen.weiter

  • DHHS-Guidelines empfehlen Therapie für alle HIV-Infizierten

    29. März 2012: Die aktualisierten Therapieleitlinien des US-amerikanischen Department of Health and Human Services (DHHS) empfehlen einen Therapiestart bei mehr als 500 CD4-Zellen/mm3.weiter

  • Neu erschienen: Sonderheft zur Resistenz

    27. März 2012: An dem englischsprachigen Schwerpunktheft zur Interpretation von Resistenzen waren viele deutsche Autoren beteiligt.weiter

  • HCV-Proteasehemmer GS-7977
    Rückschlag bei Null-Respondern

    20. Februar 2012: Die hohen Erwartungen an den HCV-Proteasehemmer wurden erstmals enttäuscht. GS-7977 plus Ribavirin allein scheint bei Null-Respondern nicht auszureichen.weiter

  • Grünes Licht für Efavirenz in Schwangerschaft

    19. Februar 2012: Im öffentlichen Entwurf der neuen britischen Leitlinien ist selbst eine Schwangerschaft im ersten Trimenon keine Kontraindikation für Efavirenz..weiter

  • Boceprevir und geboosterte Proteasehemmer

    10. Februar 2012: Pharmakokinetische Studien belegen relevante Interaktionen von Boceprevir (Victrelis®) mit geboosterten Proteasehemmern.weiter

  • Boceprevir und geboosterte Proteasehemmer

    10. Februar 2012: Kommentar von Prof. Hartwig Klinker, Würzburgweiter

  • Raltegravir für Kinder

    08. Februar 2012: Die amerikanische FDA hat Raltegravir zur Behandlung von Kindern ab zwei Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens zehn Kilogramm zugelassen sowie eine Kautablette für die Behandlung von Kindern von zwei bis unter 11 Jahren genehmigt.weiter

  • CDC empfiehlt HPV-Impfung für Männer

    07. Februar 2012: Geimpft werden sollten jugendliche und junge Männer im Alter von 11 bis 21 Jahren sowie alle schwulen, bisexuellen und HIV-positiven Männer unter 26 Jahre.weiter

  • Gelbfieberimpfung

    05. Februar 2012: Bei HIV-Infizierten scheint die Viruslast, nicht die CD4-Zahl für den Erfolg der Impfung ausschlaggebend zu sein.weiter

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