HAART (hochaktive antiretrovirale Therapie)

HIV-Infizierte können bei frühzeitiger Diagnose und langfristig gut verlaufender ärztlicher Begleitung und Therapie eine normale Lebenserwartung bei nur wenig eingeschränkter Lebensqualität haben. Der Beginn einer antiretroviralen Therapie ist abhängig von individuellen Bedingungen und wird ab 200-350 CD4-Zellen pro µl Blut empfohlen. Für bestimmte Patienten empfehlen die 2009 aktualisierten Leitlinien der European Aids Clinical Society EACS-Guidelines den Beginn der antiretroviralen Therapie bei einer CD4-Zellzahl zwischen 350 und 500: Bei Koinfektion mit Hepatitis C, behandlungsbedürftiger Koinfektion mit Hepatitis B, bei HIV-assoziierter Nephropathie oder anderer spezifischer Organerkrankung.

Werden antiretrovirale Medikamente in Monotherapie gegeben, können sich Mutationen bilden, die resistent sind. Daher werden mehrere Substanzen, die einen unterschiedlichen Wirkmechanismus haben oder an verschiedenen Stellen des HIV-Lebenszyklus angreifen, miteinander kombiniert (HAART, hochaktive antiretrovirale Therapie). Dies führt zu einer deutlich geringeren Resistenzentstehung, da Viren sich erst dann wieder wirksam vermehren können, wenn sie gegen mehrere Wirkstoffe gleichzeitig resistent geworden sind. Entscheidend für den Therapieerfolg und um Resistenzen zu vermeiden, ist, dass der Patient seinen Therapieplan zu mindestens 95% einhält (Adhärenz).

Kombiniert werden drei oder vier Medikamente aus mehreren Wirkstoffklassen. Etablierte Therapieschemata der HAART bestehen aus der Kombination zweier nukleosidaler Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NRTI) mit einem nicht-nukleosidalen Reverse-Transkriptase-Inhibitor (NNRTI) oder mit einem Proteasehemmer (PI), dessen pharmakologische Wirksamkeit durch eine geringe Dosis Ritonavir ("Boosterung") gesteigert wird. Die NRTIs stören als „falsche Bausteine“ die Reproduktion des Virus in der Wirtszelle. NNRTIs besetzen den Angriffsort der reversen Transkriptase und hemmen so die Vermehrung des Virus. Protease-Inhibitoren blockieren das Enzym Protease, das zur Vermehrung von HIV in der Wirtszelle benötigt wird.

In den letzten Jahren sind weitere Substanzen in die Therapie eingeführt worden, die den Verschmelzungsprozess von HIV und Zielzelle hemmen (Fusionshemmer), einen hierfür notwendigen Co-Rezeptor blockieren (CCR5-Antagonist) oder die HIV-spezifische Integrase hemmen (Integrasehemmer). Infizierte mit zahlreichen Resistenzmutationen haben somit neue Therapieoptionen.

Stand März 2010

Nachrichten

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  • MSD fördert junge Wissenschaftler

    29. Januar 2012: Die Förderung für junge Wissenschaftler , die einen Forschungsaufenthalt an externen Einrichtungen und Organisationen planen, wurde für 2012 auf 20.000 € erhöht.weiter

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    22. Dezember 2011: Die neuen Leitlinien zur PEP geben detaillierte Empfehlungen für viele verschiedene Situationen.weiter

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    15. Dezember 2011: Gilead hat bei der amerikanischen FDA die Zulassung von Tenofovir/Emtricitabin (Truvada®) zur Prä-Expositionsprophylaxe beantragt.weiter

  • Neue Etravirin-Tablette

    30. November 2011: Die europäische Arzneimittelbehörde EMA die 200mg-Formulierung des NNRTI Etravirin (Intelence®) zugelassen.weiter

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    28. November 2011: Der einmal täglich einzunehmende NNRTI Rilpivirin wurde als Einzelmedikament (Edurant®) und als Fixkombination (Eviplera®) für therapienaive HIV-infizierte Erwachsene mit einer Viruslast von ≤ 100.000 HIV-RNA-Kopien/ml zugelassen.weiter

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    23. November 2011: Ein vaginaler Ring, der Dapivirine und Maraviroc enthält, wird in den USA in einer Studie auf seine Tauglichkeit als vaginales Mikrobizid gegen HIV untersucht.weiter

  • Fixkombination DRV/FTC/Cobicistat

    22. November 2011: Die Unternehmen Gilead Sciences und Tibotec Pharmaceuticals (in Deutschland Janssen-Cilag) werden gemeinsam ein neues sogenanntes „Single-Tablet Regime“, d.h. eine Tablette täglich, entwickeln.weiter

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    22. November 2011: Gilead Sciences erweitert mit dem Einkauf sein Hepatitis-C-Portfolio.weiter

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    09. November 2011: Die HIV-Infektion geht mit einer chronischen Entzüdungsreaktion einher. Diese These scheint zumindest bei niedriger Virusvermehrung nicht zuzutreffen.weiter

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