Lipodystrophie

Lipodystrophie bedeutet Fettumverteilung. Man unterscheidet zwei Hauptformen:
Lipoatrophie
= Verlust oder Schwund von Fettgewebe;
Lipohypertrophie
= Zunahme oder Ansammlung von Fettgewebe.
Es ist unklar, wie viele HIV-positive Menschen an Lipodystrophie leiden. Die Schätzungen liegen zwischen 5% und 75%.

Nach Einführung der hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) und der Protease-Inhibitoren (PI) wurde häufiger das Lipodystrophie-Syndrom bei HIV-Infektion beobachtet. Ein direkter Zusammenhang mit bestimmten antiretroviralen Wirkstoffen konnte bisher nur bedingt gezeigt werden. Die genaue Ursache der Lipodystrophie ist nicht bekannt, aber man vermutet bestimmte beteiligte Faktoren. Hierzu zählen HIV-Medikamente, der Body Mass-Index (BMI), der CD4-Wert vor Beginn der Therapie, Geschlecht, Alter, Ernährung, Familiengeschichte und Rauchen.

Neben einer Fettumverteilung mit Abbau des Fettgewebes im Gesicht sowie an Armen und Beinen und gleichzeitiger Fettzunahme an Bauch, Brust und Nacken leiden die Patienten oft auch an metabolischen Störungen: an peripherer und hepatischer Insulinresistenz, Glukosetoleranzstörungen, Diabetes mellitus, Hypertriglyzeridämie, Hypercholesterinämie, erhöhten freien Fettsäuren und niedrigem High Density Lipoprotein (HDL).

Die HIV-assoziierte Lipodystrophie verursacht Veränderungen, die die Gesundheit, das Selbstwertgefühl und den Gemütszustand beeinträchtigen können. Die sichtbaren Fettverteilungsstörungen können nicht oder nur eingeschränkt rückgängig gemacht werden, Besserung zeigt sich erst nach Monaten bis Jahren. Die metabolischen Störungen sprechen auf therapeutische Interventionen besser an.

Therapeutische Optionen bei HIV-assoziierter Lipodystrophie und metabolischen Komplikationen (Quelle: HIV 2009 – Das Buch zu HIV und Aids: Das Lipodystrophie-Syndrom

  • Allgemeine Maßnahmen (Diät, körperliche Betätigung, Nikotinentwöhnung)
  • Umstellung der ART - Ersatz des Protease-Iinhibitors, Ersatz des Thymidinanalogons
  • Statine, z. B. Atorvastatin (Sortis®) oder Pravastatin (Pravasin®)
  • Fibrate, z. B. Gemfibrozil (Gevilon®) oder Bezafibrat (Cedur®)
  • Metformin (z. B. Glucophage®)
  • Rekombinante humane Wachstumshormone (z. B. Serostim®)
  • Chirurgische Maßnahmen

Stand März 2010

Nachrichten

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    31. Januar 2012: Siemens bietet den ersten schnellen, automatisierten Biomarker-Test zur Diagnose und Beurteilung einer Leberfibrose an. Der ELF-Test (Enhanced Liver Fibrosis-Test) dauert rund eine Stunde. Er benötigt nur eine Blutprobe.weiter

  • MSD fördert junge Wissenschaftler

    29. Januar 2012: Die Förderung für junge Wissenschaftler , die einen Forschungsaufenthalt an externen Einrichtungen und Organisationen planen, wurde für 2012 auf 20.000 € erhöht.weiter

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    22. Dezember 2011: Die neuen Leitlinien zur PEP geben detaillierte Empfehlungen für viele verschiedene Situationen.weiter

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    15. Dezember 2011: Gilead hat bei der amerikanischen FDA die Zulassung von Tenofovir/Emtricitabin (Truvada®) zur Prä-Expositionsprophylaxe beantragt.weiter

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    28. November 2011: Der einmal täglich einzunehmende NNRTI Rilpivirin wurde als Einzelmedikament (Edurant®) und als Fixkombination (Eviplera®) für therapienaive HIV-infizierte Erwachsene mit einer Viruslast von ≤ 100.000 HIV-RNA-Kopien/ml zugelassen.weiter

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    23. November 2011: Ein vaginaler Ring, der Dapivirine und Maraviroc enthält, wird in den USA in einer Studie auf seine Tauglichkeit als vaginales Mikrobizid gegen HIV untersucht.weiter

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    22. November 2011: Die Unternehmen Gilead Sciences und Tibotec Pharmaceuticals (in Deutschland Janssen-Cilag) werden gemeinsam ein neues sogenanntes „Single-Tablet Regime“, d.h. eine Tablette täglich, entwickeln.weiter

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    22. November 2011: Gilead Sciences erweitert mit dem Einkauf sein Hepatitis-C-Portfolio.weiter

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    09. November 2011: Die HIV-Infektion geht mit einer chronischen Entzüdungsreaktion einher. Diese These scheint zumindest bei niedriger Virusvermehrung nicht zuzutreffen.weiter

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