9. INTERDISZIPLINÄRE FACHTAGUNG HIV UND SCHWANGERSCHAFT
Startschuss für Dokumentation von Schwangerschaften

Das HIVCENTER im Klinikum der JW Goethe Universität Frankfurt hat auch in diesem Jahr wieder zur Fachtagung HIV und Schwangerschaft eingeladen. Am 30. und 31. Januar trafen sich HIV-Behandler, Gynäkologen, Hebammen, Pädiater, Vertreter psychosozialer Disziplinen und der Community zum wissenschaftlichen Austausch in Schlangenbad. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von DAIG, DAGNÄ, AAWS und dem Kompetenznetz HIV/AIDS.

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In der Dokumentation von Schwangerschaften HIV-positiver Frauen in Deutschland konnten in jüngster Zeit wesentliche Fortschritte erzielt werden. Nach langer Vorbereitung geht jetzt das Schwangerschaftsmodul des Kompetenznetzes HIV/AIDS an den Start. Die Daten werden pseudonymisiert erhoben und erlauben somit eine longitudinale Beobachtung der Frauen, die im Idealfall nach dem Ende der Schwangerschaft in der Erwachsenenkohorte weitergeführt werden können. Die HIV-exponierten bzw. infizierten Kinder werden in das Kindermodul eingeschlossen, was ebenfalls eine Langzeitbeobachtung ermöglicht, die wichtige Daten zur Entwicklung der Kinder liefern kann. Die Datenerhebung für das Schwangerschaftsmodul soll wie im Kindermodul von einer externen Dokumentationskraft vorgenommen werden, die die teilnehmenden Zentren besucht.

DAIG BRINGT SCHWANGERSCHAFTS-REGISTER AUF DEN WEG

Das Schwangerschaftsregister der DAIG geht im II. Quartal 2009 an den Start und soll einen möglichst vollständigen Überblick über die Schwangerschaften HIV-positiver Frauen in Deutschland und das Outcome ihrer Kinder liefern. Die Daten werden anonymisiert und ausschließlich retrospektiv erhoben und sollen regelmäßig in das Antiretroviral Pregnancy Registry (APR) überführt werden, um Deutschland auf dem Gebiet HIV und Schwangerschaft auch international besser abzubilden. Das Schwangerschaftsregister der DAIG und das Schwangerschaftsmodul im KompNet arbeiten synergistisch und werden gemeinsam dazu beitragen, die Datenlage für wissenschaftliches Arbeiten zum Thema HIV und Schwangerschaft entscheidend zu verbessern.

Weiterführende Informationen:

Schwangerschaftsregister www.daignet.de

Schwangerschaftsmodul www.kompetenznetz-hiv.de

NEUE LEITLINIEN: GEBURTSMODUS IM FOKUS

In Deutschland werden HIV-positive Schwangere immer noch überwiegend per Kaiserschnitt entbunden. Die aktualisierten Deutsch-Österreichischen Empfehlungen sollen dazu beitragen, dass Deutschland in punkto Geburtsmodus näher an seine europäischen Nachbarländer heranrückt, in denen die Spontangeburt bereits einen höheren Stellenwert bei der Entbindung HIV-positiver Frauen ausmacht. Voraussetzung für eine vaginale Geburt ist die supprimierte mütterliche HI-Viruslast vor der Geburt. Die lebhafte Diskussion in Schlangenbad hat gezeigt, dass das Thema im klinischen Alltag bei Patientinnen und Behandlern derzeit noch häufig zur Verunsicherung führt. Hilfreich waren in diesem Punkt Beiträge aus den Niederlanden und der Schweiz, wo bereits mehr Erfahrungen zur vaginalen Entbindung bei HIV-positiven Frauen vorliegen.

Leitlinien zur Therapie in der Schwangerschaft und zur Prophylaxe beim Neugeborenen unter www.daignet.de.

DISKRIMINIERUNG IM ALLTAG

Tief beeindruckt waren die Tagungsteilnehmer von dem Beitrag einer betroffenen Mutter, die offen über ihre persönlichen Erfahrungen während und nach der Schwangerschaft und dem heutigen Alltag mit ihrem HIV-positiven Kind berichtete. Fazit: Stigmatisierung und Diskriminierung sind Alltag für HIV-betroffene Familien, die deshalb jenseits der medizinischen Versorgung auch psychosoziale Unterstützung benötigen.

Kontakt: annette.haberl@hivcenter.de

Teilnehmer der Fachtagung HIV und Schwangerschaft treffen sich zum Gruppenbilde}
Teilnehmer der Fachtagung HIV und Schwangerschaft treffen sich zum Gruppenbild

Die Veranstaltung wurde unterstützt von: Abbott, Boehringer Ingelheim, Gilead und GSK

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Nachrichten

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