1/2009 Editorial

Dr. Ramona Pauli-Volkert

Liebe Leserin,
lieber Leser,

SUCHT UND HIV

Unter den HIV-Infizierten stellen die Drogenabhängigen mit 7% eine kleine Gruppe dar. In der Regel werden sie, sofern sie den Zugang zum Gesundheitssystem gefunden haben, von Suchtmedizinern betreut. Zur Behandlung der HIV-Infektion werden sie - von einigen Ausnahmen abgesehen - zum HIV-Experten überwiesen. Doch diese Schnittstelle bereitet Schwierigkeiten und zwar nicht nur von Seiten der Patienten. Beide Arztgruppen wissen nur wenig vom jeweils anderen Fachgebiet und Vorurteile gegen die andere Fachgruppe und deren Patientenklientel sind kein Privileg von BILD-Lesern. Mögen die Beiträge in diesem Heft nicht nur das Wissen, sondern auch das Verständnis und die Zusammenarbeit von Suchtmedizinern und HIV-Schwerpunktärzten verbessern.

HIV UND SUCHT

Sucht ist bei HIV-Infizierten ein wichtiges Thema, insbesondere Rauchen, Sexsucht und Partydrogen. Rauchen spielt vor dem Hintergrund des erhöhten Herzinfarktrisikos durch die HIV-Infektion, durch einige HIV-Medikamente und das fortschreitende Alter eine immer größere Rolle. Sex und Drogen sind ebenfalls ein bedeutendes Thema, nicht nur für die HIV-Prävention. Auch die Patienten selbst können hier Schaden nehmen, wobei die Unterscheidung zwischen "gesund" und "krank" nicht einfach ist. Leider ist Nihilismus bei Maßnahmen, die Veränderungen des Lebensstils erfordern, unter Ärzten weit verbreitet. Mögen die Beiträge in diesem Heft dazu beitragen, das ungeliebte Thema attraktiver zu machen.

Unterschrift Dr. Ramona Pauli

Dr. Ramona Pauli

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Nachrichten

  • Automatisierter Bluttest für Leberfibrose

    31. Januar 2012: Siemens bietet den ersten schnellen, automatisierten Biomarker-Test zur Diagnose und Beurteilung einer Leberfibrose an. Der ELF-Test (Enhanced Liver Fibrosis-Test) dauert rund eine Stunde. Er benötigt nur eine Blutprobe.weiter

  • MSD fördert junge Wissenschaftler

    29. Januar 2012: Die Förderung für junge Wissenschaftler , die einen Forschungsaufenthalt an externen Einrichtungen und Organisationen planen, wurde für 2012 auf 20.000 € erhöht.weiter

  • HPV-Test: IQWiG gibt keine Empfehlung

    24. Januar 2012: Studien zeigen, dass mit Hilfe eines Tests auf Humane Papillomaviren (HPV) Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses früher erkannt und behandelt werden können. Es fehlt jedoch, so das IQWiG, der Nachweis des Nutzens im Hinblick auf Lebensqualität und Überleben.weiter

  • Britische Leitlinien zur PEP aktualisiert

    22. Dezember 2011: Die neuen Leitlinien zur PEP geben detaillierte Empfehlungen für viele verschiedene Situationen.weiter

  • PrEP-Zulassung beantragt

    15. Dezember 2011: Gilead hat bei der amerikanischen FDA die Zulassung von Tenofovir/Emtricitabin (Truvada®) zur Prä-Expositionsprophylaxe beantragt.weiter

  • Neue Etravirin-Tablette

    30. November 2011: Die europäische Arzneimittelbehörde EMA die 200mg-Formulierung des NNRTI Etravirin (Intelence®) zugelassen.weiter

  • Rilpivirin einzeln und als Fixkombination Rilpivirin/TDF/FTV in der EU zugelassen

    28. November 2011: Der einmal täglich einzunehmende NNRTI Rilpivirin wurde als Einzelmedikament (Edurant®) und als Fixkombination (Eviplera®) für therapienaive HIV-infizierte Erwachsene mit einer Viruslast von ≤ 100.000 HIV-RNA-Kopien/ml zugelassen.weiter

  • Erste Studie mit Mikrobizid mit zwei Wirkstoffen

    23. November 2011: Ein vaginaler Ring, der Dapivirine und Maraviroc enthält, wird in den USA in einer Studie auf seine Tauglichkeit als vaginales Mikrobizid gegen HIV untersucht.weiter

  • Fixkombination DRV/FTC/Cobicistat

    22. November 2011: Die Unternehmen Gilead Sciences und Tibotec Pharmaceuticals (in Deutschland Janssen-Cilag) werden gemeinsam ein neues sogenanntes „Single-Tablet Regime“, d.h. eine Tablette täglich, entwickeln.weiter

  • Gilead kauft Pharmasset

    22. November 2011: Gilead Sciences erweitert mit dem Einkauf sein Hepatitis-C-Portfolio.weiter

  • Keine Inflammation bei niedriger Viruslast

    09. November 2011: Die HIV-Infektion geht mit einer chronischen Entzüdungsreaktion einher. Diese These scheint zumindest bei niedriger Virusvermehrung nicht zuzutreffen.weiter

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