Sandra Dudareva, Karin Haar, Klaus Jansen und Ulrich Marcus, RKI
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PARIS: Ergebnisse des „Pharyngeal And Rectal Infection Screening“

Ein Rektalabstrich auf Chlamydia trachomatis (CT)- und Neisseria gonorrhoeae (NG)-Infektionen sollte Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), im Rahmen von regelmäßigen STI-Screening-Untersuchungen angeboten werden.

Rektale und pharyngeale CT- und NG-Infektionen werden ohne Screening oft nicht diagnostiziert, da sie meistens asymptomatisch verlaufen – sie bleiben somit Quelle für eine w

eitere Ausbreitung. Insbesondere rektale Infektionen können bei Ko-Infektion und Ko-Exposition das Risiko einer HIV-Übertragung erhöhen. Die Querschnittsstudie PARIS (Pharyngeal And Rectal Infection Screening) am RKI untersuchte die Prävalenz dieser beiden Infektionen und den Zusammenhang mit HIV, um eine rationale Grundlage für gesundheitspolitische Entscheidungen zu Screening-Programmen zu schaffen.

Zwischen August 2009 und Dezember 2010 wurden in 22 STI-Sentinel-Einrichtungen (HIV-Schwerpunktpraxen und -Klinikambulanzen, HIV-Testeinrichtungen für schwule Männer und Gesundheitsämter) in 16 Städten Daten und Proben erhoben. Von 2.247 in die Analyse eingeschlossenen Teilnehmern (medianes Alter 34 Jahre) wurden insgesamt 2.197 pharyngeale, 2.050 rektale und 685 urethrale Abstriche abgenommen. 31% der Studienteilnehmer waren HIV-infiziert.

Die Prävalenz für eine Infektion mit CT oder NG betrug 7% für pharyngeale, 12% für rektale und 5% für urethrale Proben. Von 590 Personen, von denen von allen drei Lokalisationen Abstriche vorlagen, wurden allein mit urethralen Abstrichen nur 25% der Fälle diagnostiziert, mit rektalen Abstrichen 60% und kombiniert mit urethralen und rektalen Abstrichen 80%. Nur 5% der Teilnehmer mit pharyngealer Infektion und 12% der Teilnehmer mit rektaler Infektion berichteten über lokale Symptome. Bei HIV-positiven Teilnehmern lag die pharyngeale und rektale Prävalenz der beiden Infektionen fast zwei Mal so hoch wie bei HIV-negativen.

Die Studienpopulation ist aufgrund der überproportional vielen HIV-positiven Teilnehmer nicht repräsentativ für die Gesamtheit der MSM, deshalb ist die Gesamtprävalenz der CT- und NG-Infektionen wahrscheinlich überschätzt. Screening-Untersuchungen sind aber insbesondere angezeigt für HIV-positive MSM.

Detaillierte Studienergebnisse, inklusive verschiedener multipler Regressionsmodelle zur Risikoabschätzung, werden in nächster Zeit veröffentlicht werden.


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