Tenofovir bei Hepatitis B

Die Wirksamkeit von Tenofovir wurde in zwei Studien an HBeAg-positiven und -negativen Patienten gegen Adefovir geprüft und erwies sich in beiden Fällen als überlegen.

In den beiden internationalen Multizenter-Studien wurden Patienten mit HBeAg-positiver bzw. -negativer Hepatitis B 48 Wochen lang entweder mit Tenofovir oder Adefovir behandelt. Primärer Endpunkt war der Anteil der Patienten mit einer Viruslast <400 Kopien/ml plus einer Verbesserung des histologischen Knodell-Score um mindestens 2 Punkte.

HBeAg-negative Patienten

An der Studie GS-102 nahmen 375 HBeAg-negative Patienten (HBV-RNA 7 log Kopien/ml) teil. 18% waren mit Lamividin oder Emtricitabine vorbehandelt. Jeweils 64% hatten eine GPT >2xULN bzw. einen HBV-Genotyp D.

Nach 48 Wochen hatten unter signifikant mehr Patienten den primären Endpunkt erreicht (71% vs. 49%). Signifikant mehr Patienten hatten eine Viruslast unter der Nachweisgrenze (93 % vs. 63 %) und gleich viele eine Normalisierung der GPT (77%).

Woche 48 % Tenofovir(n=250) Adefovir(n=125) p-Wert
Komplettes Ansprechen 71 49 <0,001
HBV-DNA <400 K/ml 93 63 <0,001
Histologische Besserung 72 69 NS

HBeAg-postive Patienten

In der Studie GS-103 wurden 266 HbeAg-positive Patienten (HBV-DNA ca 9 log Kopien/ml) behandelt. Erneut schnitt Tenofovir im Hinblick auf den kombinierten virologischen und histologischen primären Endpunkt signifikant besser ab (67% vs. 12%). Mehr Patienten hatten eine Viruslast <400 Kopien/ml (76 % vs.13 %) und eine normale GPT (69 % vs. 54 %).

Woche 48 % Tenofovir(n=176) Adefovir(n=90) p-Wert
Komplettes Ansprechen 67 12 <0,001
HBV-DNA <400 K/ml 76 13 <0,001
Histologische Besserung 73 68 NS
Normale GPT 69 54 0,018

Serokonversion

Einer vorläufigen Datenanalyse zufolge kam es unter Tenofovir bei 21% der Patienten zur HBe-Serokonversion und bei 3% zum Verlust von HBeAg im Vergleich zu 18% bzw. 0% unter Adefovir.

Verträglichkeit

Die Verträglichkeit von Tenofovir und Adefovir war in beiden Studien gleichermaßen gut. In keinem Fall kam es unter Tenofovir zu einem Anstieg des Serumkreatinin um mehr als 0.5 mg/dl.

Marcellin P et al, LB2 ; Heathcote E et al LB6


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