Tenofovir: Kombination TDF/FTC nicht besser als TDF allein

Kopenhagen 26. April 2009

Bei Adefovir-Versagen reicht ein Wechsel auf Tenofovir allein aus. Selbst Patienten mit nachgewiesener Lamivudin- bzw. Adefovir-Resistenz sprechen auf die Tenofovir-Monotherapie gut an.

105 Patienten mit chronischer Hepatitis B, die nach mindestens 6 Monaten 10 mg/d Adefovir (ADF; im Schnitt 60 Wochen) keine HBV-DNA <172 IU/ml erreichten, wurden entweder mit Tenofovir (TDF) 300 mg oder Tenofovir 300 mg plus Emtricitabin (FTC) 200 mg täglich behandelt. Patienten, die zu Woche 24 noch eine HBV-DNA >69 IU/ml hatten, konnten offen zu TDF/FTC wechseln oder aus der Studie ausscheiden.

TDF/FTC vs. TDF bei mit ADF vorbehandelten Patienten

Die Ausgangsviruslast lag im Mittel bei rund 5 log, drei Viertel der Patienten waren HBeAg-positiv und zwei Drittel mehr als 3 Monate mit Lamivudin vorbehandelt.

Ergebnisse

Nach 96 Wochen lag die HBV-DNA in beiden Armen bei gleich vielen Patienten unter der Nachweisgrenze von 400 Kopien/ml (69 IU/ml) (ITT; 89% vs. 83%, ns).

TDF/FTC vs. TDF bei mit ADF vorbehandelten Patienten

Eine vorbestehende Adefovir- bzw. Lamivudin-Resistenz hatte keinen Einfluss auf das virologische Ansprechen. 7/8 (88%) der Patienten mit dokumentierten Adefovir-Resistenzmutationen erreichten unter Tenofovir allein eine HBV-DNA unter der Nachweisgrenze, ebenso 2/2 (100%) der Patienten unter der Kombination sowie alle Patienten mit Lamivudin-Resistenz (7/7 vs. 6/6).


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