Erhaltungstherapie
Darunavir/r-Mono

Kapstadt, 21./22. Juli 2009

Die Erhaltungstherapie mit Darunavir/r OD allein hat sich in zwei Studien als gute Option erwiesen. Blips waren zwar häufiger, aber eine Intensivierung der Therapie bei drohendem Versagen führte in allen Fällen erneut zur kompletten Suppression.

MONET

In der europäischen MONET-Studie wurden 256 Patienten, die mindestens sechs Monate komplett supprimiert waren und noch nie Darunavir eingenommen hatten, entweder auf DRV/r (800/100 mg) OD umgestellt oder mit einer Triple-Therapie weiterbehandelt, wobei die NRTI zu diesem Zeitpunkt optimiert werden konnten.

Monet Trial Design

80% der Patienten waren Männer, 90% weiß und das Alter betrug im Mittel 43 Jahre. Die CD4-Zellzahl lag bei 575/µl, die mittlere Therapiedauer betrug sieben Jahre.

Primärer Endpunkt

Primärer Endpunkt war die Zeit bis zum virologischen Versagen (TLOVR), das als Viruslast >50 Kopien/ml zweimal in Folge, Stop der Studienmedikation oder Zugabe von NRTI im Monotherapie-Arm definiert war.

Nach 48 Wochen lag die Viruslast bei gleich vielen Patienten immer noch unter der Nachweisgrenze (ITT 84% vs. 85%, PP 88% vs. 86%).

Primary Efficacy Analysis:

Blips (meist zwischen 50 und 400 Kopien/ml) waren unter der Monotherapie häufiger. Alle Patienten, die nach zweimaliger konsekutiver Viruslast >50 Kopien/ml wieder NRTI erhielten, waren unter der Triple-Therapie erneut optimal supprimiert. Jeweils ein Patient pro Arm entwickelte Proteasehemmer-Mutationen.

MONET: drug resistance

Verträglichkeit

Die Nebenwirkungen waren in beiden Armen vergleichbar, wobei Patienten unter Triple-Therapie dreimal so häufig einen erhöhten Cholesterinspiegel aufwiesen.

MONOI-ANRS

In der französischen MONOI-Studie, die vom ANRS gesponsort wurden, erhielten 242 vorbehandelte Patienten mit einer Viruslast <400 Kopien/ml für mindestens sechs Monate und mit <50 Kopien/ml bei Studienbeginn, zunächst acht Wochen lang DRV/r (meist mit 1200/200 BID plus 2 NRTI. Anschließend wurden 225 nach Randomisierung entweder mit DRV/r 800/100 mg oder der bisherigen Therapie behandelt.

MONOI Study Design 1

Rund drei Viertel der Patienten waren Männer, das Alter betrug 46 Jahre und die CD4-Zahl lag bei 600/µl. Keiner hatte ein Therapieversagen unter einem Proteasehemmer und noch die Darunavir eingenommen. Die Patienten waren im Schnitt acht Jahre vorbehandelt, 40% waren 3-Klassen-erfahren.

Das Therapieversagen war definiert als eine zweimal konsekutive Viruslast >400 Kopien/ml.

Ergebnisse

Nach 48 Wochen hatten in der ITT-Analyse 92% unter Triple-Therapie und 87,5% unter DRV/r-Monotherapie eine Viruslast <50 Kopien/ml. Damit wurde die Nicht-Unterlegenheit knapp verfehlt. In der Per-Protocoll-Analyse war die DRV/r-Monotherapie allerdings nicht unterlegen ( 99% vs. 94,1%).

MONOI Primary Endpoint W48

Drei Patienten entwickelten unter der Monotherapie ein Therapieversagen. Einer davon hatte einen niedrigen Darunavir-Spiegel im Blut als Hinweis auf eine mangelhafte Adhärenz. Darunavir-assoziierte Mutationen wurden nicht beobachtet und bei allen Patienten führte die Zugabe von NRTI zur kompletten Suppression.

Verträglichkeit

Die Verträglichkeit der beiden Regime war vergleichbar. Unter Darunavir-Mono wurde bei einem Patienten eine HIV-Enzephalitis, bei einem anderen neurologische Symptome beobachtet. Ein Zusammenhang mit der Studienmedikation, d.h. mit eines geringeren „ZNS-Schutzes“ bei Fehlen der NRTI, ist möglich . 


Nachrichten

  • Meldepflicht erweitert

    17. Mai 2013: Die List der meldepflichtigen Erkrankungen nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) würde um Verdachts-, Erkrankungs- und Todesfälle von Mumps. Pertussis, Röteln und Varizellen erweitert (Arzt-Meldepflicht).weiter

  • FDA gibt Simeprevir priority

    16. Mai 2013: Der Zulassungsantrag des HCV-Proteasehemmers der zweiten Generation wird von der amerikanischen Zulassungsbehörde bevorzugt bearbeitet.weiter

  • Interferon-frei Triple-DAA ist ein Durchbruch

    16. Mai 2013: Die Therapie mit drei direkt antiviralen Substanzen stellt bei der Hepatitis C-Therapie einen Durchbruch dar, meint die amerikanische FDA.weiter

  • Impfung gegen Borreliose

    15. Mai 2013: Am Institut für Tropenmedizin des Universitätsklinikums Tübingen wurde in den vergangen beiden Jahren eine klinische Studie zu einer Vakzine gegen die Lyme-Borreliose durchgef&uuml;hrt.weiter

  • Keine Zulassung für Elvitegravir und Cobicistat als Einzelmedikamente

    02. Mai 2013: Die amerikanische FDA hat einen entsprechenden Zulassungsantrag des Unternehmen Gilead Sciences abgelehnt.weiter

  • HIV-Impfstudie gestoppt

    27. April 2013: Die amerikanische Impfstudie HVTN 505 wurde vorzeitig wegen Unwirksamkeit beendet.weiter

  • Bayerische HIV-Testwoche 2013

    24. April 2013: Vom 13. bis zum 17. Mai bieten Gesundheitsämter, AIDS-Beratungsstellen und AIDS-Hilfen in Bayern neben ihren regelmäßigen Angeboten unter dem Motto „Test jetzt!“ neue Gelegenheiten, sich auf HIV testen zu lassen – wie immer anonym, vertraulich und mit kompetenter Beratung.weiter

  • Zulassung für Sofosbuvir beantragt

    17. April 2013: Zulassung für Sofosbuvir beantragt Das Unternehmen Gilead Scieneces hat in den USA die Zulassung für das Nukleotid Sofosbuvir beantragt und zwar&hellip;..weiter

  • Zulassungsantrag für Simeprevir eingereicht

    01. April 2013: Das Unternehmen Janssen hat bei der amerikanischen FDA die Zulassung für den HCV-Proteasehemmer Simeprevir beantragt.weiter

  • Positives CHMP-Votum für die QUAD-Tablette Stribild®

    25. März 2013: Der wissenschaftliche Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA)hat ein positives Votum für die Zulassung von Stribild® für die initiale HIV-Therapie abgegeben.weiter

  • Lyme-Borreliose in Bayern meldepflichtig

    16. März 2013: Die Meldepflicht wurde am 1. März 2013 eingeführt und besteht vorerst bis 2018weiter

  • Raltegravir für Kinder zugelassen

    28. Februar 2013: Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat den Integrasehemmer Raltegravir zur Behandlung von HIV-1-infizierten Kindern ab zwei Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 12 Kilogramm zugelassen.weiter

  • FDA gibt Dolutegravir Vorfahrt

    18. Februar 2013: Die amerikanische Zulassungsbehörde hat dem neuen Integrasehemmer Dolutegravir „Priority Review“ gegeben, d.h. eine bevorzugte Bearbeitung des Zulassungsantrags.weiter

  • DHHS-Leitlinien akutalisiert

    18. Februar 2013: Im Update der amerikanischen Leitlinien wird die antiretrovirale Therapie für alle HIV-Infizierten empfohlen.weiter

  • Akute HIV-Infektion

    18. Februar 2013: Neue Studien zeigen den Nutzen der ART bei früher HIV-Infektion im Hinblick auf die Immunrekonstitution. Daten zu klinischen Endpunkten fehlen jedoch.weiter

  • Pegyliertes Interferon gegen HIV

    18. Februar 2013: Interferon scheint nicht nur die Immunantwort auf HIV zu stärken, sondern auch latentes Genom zu vermindern.weiter

  • Raltegravir: Hohe Spiegel im GI-Trakt

    18. Februar 2013: Die Konzentration von Raltegravir im Gastrointestinaltrakt ist signifikant höher als im Blut.weiter

  • Hepatitis C: Bei F1/F2-Fibrose behandeln oder warten?

    18. Februar 2013: Neue Optionen der HCV-Therapie stehen vor der Tür. Dennoch sollte man nicht bei allen Patienten mit der Behandlung warten.weiter

Nachrichten-Archiv weiter