Abacavir ( Ziagen®)

Tabletten 300 mg

Lösung 20 mg/ml

Indikation

Wird bei therapienaiven und vorbehandelten Patienten ab dem 3. Lebensmonat eingesetzt. Für jüngere Kinder liegen wenige Sicherheitsdaten vor.

Dosierung

1 x 600 mg oder 2 x 300 mg bei Patienten ab dem 13. Lebensjahr.

Kinder zwischen 3 Monaten und 12 Jahren 8 mg/kg Körpergewicht (KG).

Kinder unter 3 Monaten 2 mg/kg KG.

Wirksamkeit

Bei therapienaiven Patienten virologisch ähnlich potent wie Zidovudin bei besserem CD4-Zellanstieg (Studie CNA30024). Bringt als vierter Wirkstoff in der Initialtherapie keinen zusätzlichen Effekt (ACTG 5095). Dramatisch schlechtere Wirksamkeit bei Kombination mit zwei weiteren nicht-thymidinanalogen NRTI (Studie ESS30009). Durch einmal tägliche Gabe kein Wirksamkeitsverlust (Studie CNA30021). Bei vorbehandelten Patienten Einschränkung der Wirksamkeit erst ab 3-4 NRTI-Mutationen (Metaanalyse).

Nebenwirkungen

Hypersensitivitätsreaktion (sehr häufig einhergehend mit Fieber und Exanthem) kann durch Bestimmung des Gens HLA B5701 bei negativem Befund mit großer Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden (PREDICT-Studie). Geringgradige Lipiderhöhungen. Ansonsten gute Verträglichkeit, geringes Lipoatrophierisiko.

Bewertung/Einordnung/Nutzen

Abacavir in Fixkombination mit Lamivudin (Kivexa®) und einem NNRTI oder geboosteten Proteasehemmer gehört wegen des günstigen Nutzen-Risiko-Profils derzeit zu den Mitteln der Wahl für die Firstline-Therapie.


Die hier genannten Informationen wurden gewissenhaft erstellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit der gemachten Angaben kann trotz aller Bemühungen NICHT übernommen werden!



Nachrichten

  • Automatisierter Bluttest für Leberfibrose

    31. Januar 2012: Siemens bietet den ersten schnellen, automatisierten Biomarker-Test zur Diagnose und Beurteilung einer Leberfibrose an. Der ELF-Test (Enhanced Liver Fibrosis-Test) dauert rund eine Stunde. Er benötigt nur eine Blutprobe.weiter

  • MSD fördert junge Wissenschaftler

    29. Januar 2012: Die Förderung für junge Wissenschaftler , die einen Forschungsaufenthalt an externen Einrichtungen und Organisationen planen, wurde für 2012 auf 20.000 € erhöht.weiter

  • HPV-Test: IQWiG gibt keine Empfehlung

    24. Januar 2012: Studien zeigen, dass mit Hilfe eines Tests auf Humane Papillomaviren (HPV) Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses früher erkannt und behandelt werden können. Es fehlt jedoch, so das IQWiG, der Nachweis des Nutzens im Hinblick auf Lebensqualität und Überleben.weiter

  • Britische Leitlinien zur PEP aktualisiert

    22. Dezember 2011: Die neuen Leitlinien zur PEP geben detaillierte Empfehlungen für viele verschiedene Situationen.weiter

  • PrEP-Zulassung beantragt

    15. Dezember 2011: Gilead hat bei der amerikanischen FDA die Zulassung von Tenofovir/Emtricitabin (Truvada®) zur Prä-Expositionsprophylaxe beantragt.weiter

  • Neue Etravirin-Tablette

    30. November 2011: Die europäische Arzneimittelbehörde EMA die 200mg-Formulierung des NNRTI Etravirin (Intelence®) zugelassen.weiter

  • Rilpivirin einzeln und als Fixkombination Rilpivirin/TDF/FTV in der EU zugelassen

    28. November 2011: Der einmal täglich einzunehmende NNRTI Rilpivirin wurde als Einzelmedikament (Edurant®) und als Fixkombination (Eviplera®) für therapienaive HIV-infizierte Erwachsene mit einer Viruslast von ≤ 100.000 HIV-RNA-Kopien/ml zugelassen.weiter

  • Erste Studie mit Mikrobizid mit zwei Wirkstoffen

    23. November 2011: Ein vaginaler Ring, der Dapivirine und Maraviroc enthält, wird in den USA in einer Studie auf seine Tauglichkeit als vaginales Mikrobizid gegen HIV untersucht.weiter

  • Fixkombination DRV/FTC/Cobicistat

    22. November 2011: Die Unternehmen Gilead Sciences und Tibotec Pharmaceuticals (in Deutschland Janssen-Cilag) werden gemeinsam ein neues sogenanntes „Single-Tablet Regime“, d.h. eine Tablette täglich, entwickeln.weiter

  • Gilead kauft Pharmasset

    22. November 2011: Gilead Sciences erweitert mit dem Einkauf sein Hepatitis-C-Portfolio.weiter

  • Keine Inflammation bei niedriger Viruslast

    09. November 2011: Die HIV-Infektion geht mit einer chronischen Entzüdungsreaktion einher. Diese These scheint zumindest bei niedriger Virusvermehrung nicht zuzutreffen.weiter

Nachrichten-Archiv weiter