Lebenserwartung bei HIV
In der Studie wurden die Daten von 4.174 Erwachsenen analysiert, bei den HIV zwischen 1998 und 2007 diagnostiziert wurde und die in den ersten 24 Wochen weder AIDS noch eine ART hatten. Im Lauf der 17.580 Personenjahre starben 116 HIV-Infizierte im Vergleich zu 35 HIV-Negativen im gleichen Alter. Drei Faktoren waren für diese Übersterblichkeit verantwortlich: Höheres Lebensalter, Geburt in einem nicht-westlichen Land und ein Stadium CDC B. Die Lebenserwartung eines 25jährigen ohne Symptome betrug dagegen mit HIV rechnerisch 52,7 Jahre und ohne HIV 53,1 Jahre.
Möglicherweise spielt auch der Immunstatus eine wichtige Rolle. In einer Auswertung von COHERE, die 25 europäische Kohorten umfasst, korrelierte die Sterblichkeit mit der CD4-Zahl. Die Lebenserwartung normalisierte bei den Männern allerdings wieder, wenn die CD4-Zellzahl mindestens drei Jahre über 500/µl lag, bei Männern ohne intravenösen Drogengebrauch sogar innerhalb von einem Jahr. Frauen blieben dagegen gefährdet, egal wie lange die CD4-Zahl über 500/µl betrug. Dies geht nach Meinung der Autoren weniger auf biologische Faktoren als auf andere Einflüsse wie z.B. ein niedriger sozioökonomischer Status.



