Research Agenda des NIAID

San Francisco, 16. 2. 2010

Wie immer knapp und klar stellte der Leiter des amerikanischen NIAID (National Insitute of Allergy  and Infectious Diseases)  Anthony Fauci, Bethesda, die Prioritäten des größten öffentlichen Geldgeber für die HIV-Forschung dar. Auf seiner Agenda stehen drei Punkte:

  1. Testen und Behandeln
  2. „Heilung“
  3. Prävention

Die HIV-Therapie ist, so Fauci, die größte Erfolgsgeschichte der Medizin. Innerhalb kurzer Zeit wurden viele effektive Medikamente entwickelt und ebenfalls innerhalb erstaunlich kurzer Zeit konnte rund  4 Millionen in den ärmsten Ländern der Welt diese Therapie angeboten werden. „Doch selbst dieser Fortschritt wird die HIV-Pandemie nicht stoppen“, erklärte Fauci.  Auf einen behandelten Patienten kommen 2-3 Neuinfektionen. Therapie ist daher nicht die Antwort. Die Antwort könnte „Heilung“ (bei Fauci immer mit Anführungszeichen) sein im Sinne einer Eradikation des Virus aus dem Körper oder im Sinne einer funktionellen Heilung, d.h. die Kontrolle von HIV durch den Körper selbst ohne Medikamente. „Hier gibt es interessante Ansätze, doch wann es zum Durchbruch kommt, ist nicht absehbar“, meinte Fauci.

Test and Treat in zwei amerikanischen Städten

Bei der Prävention werden derzeit verschiedene Strategien geprüft. Bei den Mikrobiziden  hat es viele Rückschläge gegeben. Zuletzt hat sich das Gel PRO2000 als unwirksam erwiesen. Studien zu Mikrobiziden mit antiretroviralen Substanzen laufen noch. Auch die Forschung nach einem Impfstoff wird noch vorangetrieben. Die sogenannte Thai-Studie hat erstmals einen – wenn auch geringen – Effekt gezeigt. „Das gibt Anlaß zu Hoffnung“,  sagte Fauci. Im Mittelpunkt des Interesse steht momentan die Präexpositionsprophylaxe (PREP) und die „Test and Treat“ (T&T)-Strategie. Diese Strategien können und sollen miteinander kombiniert werden, wobei bei Hochrisikogruppen PREP, bei Gruppen mit niedriger Prävalenz T&T im Vordergrund stehen sollte. Von der Wirksamkeit dieser Strategien ist Fauci überzeugt, die Umsetzbarkeit sei dagegen noch Gegenstand der Forschung.  In den USA läuft aktuell auch eine Studie zu T&T an und zwar in der South Bronx in New York und in Anacastia in Washington DC. Eine weitere Herausforderung für die Wissenschaft sei zudem die Frage, wie man Menschen zur Anwendung der bewährten Präventionsmethoden bewegen könne, denn selbst die 20% der Menschen weltweit, die Zugang zur Prävention haben, nutzen diese nicht immer konsequent.

Nachrichten

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    31. Januar 2012: Siemens bietet den ersten schnellen, automatisierten Biomarker-Test zur Diagnose und Beurteilung einer Leberfibrose an. Der ELF-Test (Enhanced Liver Fibrosis-Test) dauert rund eine Stunde. Er benötigt nur eine Blutprobe.weiter

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    29. Januar 2012: Die Förderung für junge Wissenschaftler , die einen Forschungsaufenthalt an externen Einrichtungen und Organisationen planen, wurde für 2012 auf 20.000 € erhöht.weiter

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    24. Januar 2012: Studien zeigen, dass mit Hilfe eines Tests auf Humane Papillomaviren (HPV) Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses früher erkannt und behandelt werden können. Es fehlt jedoch, so das IQWiG, der Nachweis des Nutzens im Hinblick auf Lebensqualität und Überleben.weiter

  • Britische Leitlinien zur PEP aktualisiert

    22. Dezember 2011: Die neuen Leitlinien zur PEP geben detaillierte Empfehlungen für viele verschiedene Situationen.weiter

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    15. Dezember 2011: Gilead hat bei der amerikanischen FDA die Zulassung von Tenofovir/Emtricitabin (Truvada®) zur Prä-Expositionsprophylaxe beantragt.weiter

  • Neue Etravirin-Tablette

    30. November 2011: Die europäische Arzneimittelbehörde EMA die 200mg-Formulierung des NNRTI Etravirin (Intelence®) zugelassen.weiter

  • Rilpivirin einzeln und als Fixkombination Rilpivirin/TDF/FTV in der EU zugelassen

    28. November 2011: Der einmal täglich einzunehmende NNRTI Rilpivirin wurde als Einzelmedikament (Edurant®) und als Fixkombination (Eviplera®) für therapienaive HIV-infizierte Erwachsene mit einer Viruslast von ≤ 100.000 HIV-RNA-Kopien/ml zugelassen.weiter

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    23. November 2011: Ein vaginaler Ring, der Dapivirine und Maraviroc enthält, wird in den USA in einer Studie auf seine Tauglichkeit als vaginales Mikrobizid gegen HIV untersucht.weiter

  • Fixkombination DRV/FTC/Cobicistat

    22. November 2011: Die Unternehmen Gilead Sciences und Tibotec Pharmaceuticals (in Deutschland Janssen-Cilag) werden gemeinsam ein neues sogenanntes „Single-Tablet Regime“, d.h. eine Tablette täglich, entwickeln.weiter

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    22. November 2011: Gilead Sciences erweitert mit dem Einkauf sein Hepatitis-C-Portfolio.weiter

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    09. November 2011: Die HIV-Infektion geht mit einer chronischen Entzüdungsreaktion einher. Diese These scheint zumindest bei niedriger Virusvermehrung nicht zuzutreffen.weiter

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