HIV-Literatur:

Jeder dritte Todesfall durch Krebs
Anteil der Nicht-AIDS-definierenden Tumore bei HIV-Patienten nimmt zu

HIV-infizierte Patienten haben ein erhöhtes Krebsrisiko. Dies gilt nicht nur für die drei AIDS-definierenden Malignome (ADM) Kaposi-Sarkom, Non-Hodgkin-Lymphom und Zervixkarzinom. Auch bei vielen Nicht-AIDS-definierenden Malignomen (Non-ADM) ist eine erhöhte Inzidenz zu beobachten. Das Risiko insgesamt ist für HIV-Patienten etwa 2-3-fach gegenüber der nicht infizierten Bevölkerung erhöht [3,4].

Protonenpumpenhemmer steigern die Raltegravir-Exposition

Raltegravir (Isentress®) ist der erste Integrasehemmer in der HIV-Therapie. Das Interaktionspotential der Substanz galt bislang als gering. Nun wurde in Kombination mit Protonenpumpenhemmer ein Anstieg der Raltegravir-Spiegel auf das 3-4fache beobachtet.

Treat everyone immediately - Alle testen und sofort behandeln?
WHO-Studie sorgt für Zündstoff

Wohl lange nicht mehr hat ein rein statistisches Paper für soviel Diskussionen gesorgt: Eine Forschergruppe um WHO-Direktor Kevin De Cock rechnete in der letzten Lancet-Ausgabe vor, wie der weltweiten HIV-Epidemie Einhalt geboten, ja wie HIV sogar eliminiert werden könnte (Granich 2008). Man konzentrierte sich dabei ganz auf den präventiven Effekt antiretroviraler Therapien. weiter

Die Berliner "Heilung" - wirklich eine Sensation?

In den letzten Tagen hielt er die Medienwelt in Atem. "Mein AIDS-Patient überglücklich - das Echo schallt durch die ganze Welt" kreischte die BILD-Zeitung und sogar der SPIEGEL titelte, nachgerade hingerissen: "Medizin-Sensation: Berliner Ärzte besiegen HI-Virus". Folglich gibt es kaum ein Behandler, der zur Zeit nicht von seinen Patienten nach diesem Fall befragt wird.

Depressionen unter Raltegravir?
Erste Fälle geben Anlass zu Spekulationen

Raltegravir war in den bisherigen Studien nicht nur gut wirksam, sondern auch sehr gut verträglich. Eine kanadische Arbeitsgruppe beschreibt jetzt erstmals eine Verschlechterung einer bestehenden Depression unter Raltegravir.

Tropismus-Test zur Therapieentscheidung?
X4-Viren sind schon einige Zeit vor der Progression nachweisbar

Seit über zehn Jahren ist bekannt, dass der Tropismuswechsel von R5 zu X4 mit einer Krankheitsprogression einhergeht (Connor 1997, Scarlatti 1997). Eine bislang unbeantwortete Frage ist, ob der Tropismus-Shift kausal mit der Progression assoziiert ist oder ob er nur die zunehmende CD4-Zelldepletion reflektiert. Denkbar wäre zum Beispiel, dass X4-Viren sich erst bei fortgeschrittener Immunschwäche durchsetzen.

Statt "Once-Daily" bald "Once-Monthly"?
Lang anhaltende Wirkung für neuen Antikörper in Phase 1b-Studie gezeigt

Pro-140 ist ein monoklonaler Antikörper der Firma Progenics, der sich direkt gegen humane CCR5-Rezeptoren richtet und an sie bindet (Trkola 2001). Er ist also kein Chemokin-Derivat wie die beiden allosterischen CCR5-Antagonisten Maraviroc oder Vicriviroc - mit diesen scheint vielmehr sogar eine synergistische Wirkung zu bestehen, zudem wirkt Pro-140 auch gegen Maraviroc-resistente Stämme (Murga 2006). ...

Wenn die Primärtherapie versagt
Metaanalyse zeigt: Unter NNRTIs werden häufiger Resistenzen gefunden als unter PIs

Der Streit, ob eine NNRTI- oder eine geboosterte PI-basierte Primärtherapie besser ist, schwelt seit langem. Viele Aspekte wie Nebenwirkungen, Einnahmemodalitäten, Pillenzahl usw. spielen in der Diskussion um die Auswahl der ART eine Rolle. ...


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