Proteasehemmer
Allgemeine Hinweise


Substanz Handelsname Abkürzung
Hersteller
Atazanavir Reyataz® ATV reyataz Bristol-Myers Squibb
Fos-Amprenavir Telzir® fAPV lexiva GlaxoSmithKline
Darunavir Prezista® DRV prezista Janssen-Cilag
Indinavir Crixivan® IDV crixivan MSD
Lopinavir Kaletra® LPV/r kaletra Abbott
Nelfinavir Viracept® NLV viracept Hoffmann-La Roche
Ritonavir Norvir® RTV norvir Abbott
Saquinavir Invirase® SQV invirase Hoffmann-La Roche
Tipranavir Aptivus® TPV aptivus Boehringer Ingelheim

Nebenwirkungen:

Gastrointestinale Beschwerden, insbesondere Durchfälle unterschiedlichster Ausprägung gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen der Proteasehemmer. In leichteren Fällen kann die Diarrhoe mit Loperamid (Imodium®) oder Flohsamenschalen (bei Proteasehemmer-Therapie auf Kassenrezept!) zufrieden stellend behandelt werden.

Störungen des Lipid- und Glucosestoffwechsels gehören ebenfalls zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen der Proteasehemmer. Diese sind jedoch nicht bei jeder Substanz gleichermaßen stark ausgeprägt. Innerhalb der Gruppe hat der Proteasehemmer Atazanavir (Reyataz®) den geringsten Einfluss auf Fett- und Zuckerstoffwechsel. Die klinische Bedeutung der Erhöhungen der Fettwerte im Rahmen der HIV-Therapie ist bislang noch ungeklärt. Es gibt Hinweise darauf, dass Lipiderhöhung bei Proteasehemmern mit einem erhöhten Herzinfarkt-Risiko verbunden ist (D:A:A:D-Studie).

Fettverteilungsstörungen sind die am meisten gefürchteten Nebenwirkungen der HIV-Therapie. Sie wurden erstmals 1998 beschrieben. Die Ursachen sind bis heute unklar. Für die Lipoatrophie (Fettverlust an Armen und Beinen) scheinen NRTI, insbesondere Stavudin (Zerit®), Zidovudin (Retrovir®) und Didanosin (Videx®) verantwortlich zu sein. Lipohypertophien (Zunahme des Fettes innerhalb des Bauchraumes und des Nackens) wurden bislang vor allem den Proteasehemmern zugeschrieben.

Resistenz entwickelt sich bei Proteasehemmern schrittweise, d.h. mit dem Auftreten mehrerer primärer Mutationen nimmt die Wirksamkeit graduell ab. Innerhalb der Gruppe besteht Kreuzresistenz, wobei sich allerdings das Resistenzmuster und die Resistenzschwelle einzelner Substanzen unterscheiden können. Insbesondere die neueren Proteasehemmer Tipranavir und Darunavir haben eine höhere Resistenzschwelle.


Die hier genannten Informationen wurden gewissenhaft erstellt. Eine Gewähr für die Richtigkeit der gemachten Angaben kann trotz aller Bemühungen NICHT übernommen werden!

Nachrichten

  • Meldepflicht erweitert

    17. Mai 2013: Die List der meldepflichtigen Erkrankungen nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) würde um Verdachts-, Erkrankungs- und Todesfälle von Mumps. Pertussis, Röteln und Varizellen erweitert (Arzt-Meldepflicht).weiter

  • FDA gibt Simeprevir priority

    16. Mai 2013: Der Zulassungsantrag des HCV-Proteasehemmers der zweiten Generation wird von der amerikanischen Zulassungsbehörde bevorzugt bearbeitet.weiter

  • Interferon-frei Triple-DAA ist ein Durchbruch

    16. Mai 2013: Die Therapie mit drei direkt antiviralen Substanzen stellt bei der Hepatitis C-Therapie einen Durchbruch dar, meint die amerikanische FDA.weiter

  • Impfung gegen Borreliose

    15. Mai 2013: Am Institut für Tropenmedizin des Universitätsklinikums Tübingen wurde in den vergangen beiden Jahren eine klinische Studie zu einer Vakzine gegen die Lyme-Borreliose durchgeführt.weiter

  • Keine Zulassung für Elvitegravir und Cobicistat als Einzelmedikamente

    02. Mai 2013: Die amerikanische FDA hat einen entsprechenden Zulassungsantrag des Unternehmen Gilead Sciences abgelehnt.weiter

  • HIV-Impfstudie gestoppt

    27. April 2013: Die amerikanische Impfstudie HVTN 505 wurde vorzeitig wegen Unwirksamkeit beendet.weiter

  • Bayerische HIV-Testwoche 2013

    24. April 2013: Vom 13. bis zum 17. Mai bieten Gesundheitsämter, AIDS-Beratungsstellen und AIDS-Hilfen in Bayern neben ihren regelmäßigen Angeboten unter dem Motto „Test jetzt!“ neue Gelegenheiten, sich auf HIV testen zu lassen – wie immer anonym, vertraulich und mit kompetenter Beratung.weiter

  • Zulassung für Sofosbuvir beantragt

    17. April 2013: Zulassung für Sofosbuvir beantragt Das Unternehmen Gilead Scieneces hat in den USA die Zulassung für das Nukleotid Sofosbuvir beantragt und zwar…..weiter

  • Zulassungsantrag für Simeprevir eingereicht

    01. April 2013: Das Unternehmen Janssen hat bei der amerikanischen FDA die Zulassung für den HCV-Proteasehemmer Simeprevir beantragt.weiter

  • Positives CHMP-Votum für die QUAD-Tablette Stribild®

    25. März 2013: Der wissenschaftliche Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA)hat ein positives Votum für die Zulassung von Stribild® für die initiale HIV-Therapie abgegeben.weiter

  • Lyme-Borreliose in Bayern meldepflichtig

    16. März 2013: Die Meldepflicht wurde am 1. März 2013 eingeführt und besteht vorerst bis 2018weiter

  • Raltegravir für Kinder zugelassen

    28. Februar 2013: Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat den Integrasehemmer Raltegravir zur Behandlung von HIV-1-infizierten Kindern ab zwei Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 12 Kilogramm zugelassen.weiter

  • FDA gibt Dolutegravir Vorfahrt

    18. Februar 2013: Die amerikanische Zulassungsbehörde hat dem neuen Integrasehemmer Dolutegravir „Priority Review“ gegeben, d.h. eine bevorzugte Bearbeitung des Zulassungsantrags.weiter

  • DHHS-Leitlinien akutalisiert

    18. Februar 2013: Im Update der amerikanischen Leitlinien wird die antiretrovirale Therapie für alle HIV-Infizierten empfohlen.weiter

  • Akute HIV-Infektion

    18. Februar 2013: Neue Studien zeigen den Nutzen der ART bei früher HIV-Infektion im Hinblick auf die Immunrekonstitution. Daten zu klinischen Endpunkten fehlen jedoch.weiter

  • Pegyliertes Interferon gegen HIV

    18. Februar 2013: Interferon scheint nicht nur die Immunantwort auf HIV zu stärken, sondern auch latentes Genom zu vermindern.weiter

  • Raltegravir: Hohe Spiegel im GI-Trakt

    18. Februar 2013: Die Konzentration von Raltegravir im Gastrointestinaltrakt ist signifikant höher als im Blut.weiter

  • Hepatitis C: Bei F1/F2-Fibrose behandeln oder warten?

    18. Februar 2013: Neue Optionen der HCV-Therapie stehen vor der Tür. Dennoch sollte man nicht bei allen Patienten mit der Behandlung warten.weiter

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