Statine

06. Februar 2026

Deutlich weniger Nebenwirkungen als in der Packungsbeilage

Das Team aus Oxford fand bei der retrospektiven Analyse zahlreicher Studien kein statistisch signifikant erhöhtes Risiko für fast alle in den Packungsbeilagen von Statinen als mögliche Nebenwirkungen aufgeführten Erkrankungen.

Die Analyse umfasste Daten aus 23 großen randomisierten Studien der Cholesterol Treatment Trialists’ Collaboration: 123.940 Teilnehmende aus 19 klinischen Studien, in denen die Wirkung von Statinen versus Placebo (oder Scheinmedikamenten) sowie 30.724 Teilnehmende aus vier Studien, in denen eine intensivemit einer weniger intensiven Statin-Therapie verglichen wurden.

Ergebnis:

  • Die Einnahme eines Statins führte nicht zu einem relevanten Anstieg von Gedächtnisverlust oder Demenz, Depression, Schlafstörungen, erektiler Dysfunktion, Gewichtszunahme, Übelkeit, Müdigkeit oder Kopfschmerzen sowie vielen anderen Beschwerden.
  • Es gab einen kleinen Anstieg des Risikos (ca. 0,1 %) für Auffälligkeiten in Leber-Blutwerten. Allerdings kam es zu keinem Anstieg von Lebererkrankungen wie Hepatitis oder Leberversagen, was darauf hindeutet, dass die Veränderungen der Leberwerte in der Regel nicht zu schwerwiegenden Leberproblemen führen.

Frühere Arbeiten desselben Forscherteams zeigten auch, dass die meisten Muskelsymptome nicht durch Statine verursacht werden. Statine verursachten nur bei 1 % der Patient*innen innerhalb des ersten Jahr Muskelsymptome.

Die Studie wurde von der Cholesterol Treatment Trialists’ (CTT) Collaboration durchgeführt, einer gemeinsamen Initiative des Clinical Trial Service Unit & Epidemiological Studies Unit, Oxford Population Health, und dem National Health and Medical Research Council Clinical Trials Centre, University of Sydney, Australien.

Die Arbeit wurde von der British Heart Foundation, dem UKRI Medical Research Council und dem Australian National Health and Medical Research Council finanziert.

Fazit: Statine sind besser als ihr Ruf. Nebenwirkungen gehen häufig auf individuelle Unverträglichkeiten zurück, seltener auf tatsächlich unerwünschte Wirkungen des Medikaments. Wachsamkeit ist aber in jedem Fall gefragt.



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