HIV-Test

HIV-Heimtest

Jeder kann einen HIV-Selbsttest kaufen und zu Hause durchführen. Der Test weist Abwehrstoffe (sogenannte Antikörper) gegen HIV nach. Nach einer Infektion braucht der Körper einige Wochen zur Bildung der Antikörper. Der HIV-Test fällt  daher in der Regel frühestens 3-4 Wochen nach der Infektion, spätestens 12 Wochen nach der Infektion positiv aus.

Selbsttest sind sehr empfindliche Suchtests (ELISA) und reagieren manchmal auch auf Antikörper gegen andere Viren. Erst wenn ein Bestätigungstest (Western Blot) in einem Labor positiv ausfällt, besteht sicher eine HIV-Infektion.

Produktliste HIV-Selbsttests

Verwendet werden sollten ausschließlich Tests mit CE-Kennzeichen, denn nur diese erfüllen in Europa festgelegte grundsätzliche Anforderungen an die Sicherheit und Leistungsfähigkeit. Tests mit CE-Kennzeichen sind:

Testname Hersteller Gebrauchs­anleitungen Anwender­video
Atomo HIV Self Test atomo diagnostics Link Video
Autotest VIH AAZ-LMB Link Video
Biosure HIV Self Test Biosure Link Video
Exacto Pro HIV Biosynex Link Video
INSTI HIV Self-Test bioLytical Link
Link
Video

Die CE-Kennzeichnung der hier aufgeführten HIV-Selbsttests ergibt sich aus der Eudamed Datenbank oder dem PEI zur Verfügung gestellten Informationen. Im Internet werden auch Selbsttests ohne CE-Kennzeichen angeboten, von denen manche von sehr fraglicher Qualität sind.

Quelle Paul Ehrlich Insitut

Beim HIV-Test wird nicht nach dem Virus selbst gesucht, sondern nach HIV-Antikörpern, die das Immunsystem gegen das Virus bildet. Nach einer Infektion braucht der Körper im Durchschnitt vier bis zu zwölf Wochen für die Produktion nachweisbarer Antikörper.

Daher macht es keinen Sinn, sich direkt nach einem Risikokontakt testen zu lassen: Wenn man sich infiziert hat, lässt sich das im Antikörpertest meist erst nach vier Wochen nachweisen. In der „diagnostischen Lücke“ unbedingt Safer Sex praktizieren!

Um eine Infektion sicher nachzuweisen, werden in der Regel zwei Tests durchgeführt: Der erste weist die Antikörper im Blut nach. Bei diesem sogenannten ELISA (Enzyme Linked Immunosorbent Assay) werden die Antikörper an ein Enzym gebunden und es entsteht eine chemische Reaktion, die mit einer Färbung einhergeht.

Ist der ELISA-Test positiv, wird ein sogenannter Western-Blot-Test durchgeführt. Sind beide Texts positiv, liegt eine HIV-Infektion vor. Einmal positiv sind weitere Tests auch immer positiv, denn HIV-Antikörper bleiben lebenslang erhalten.

Die sogenannten HIV-Tests der 4. Generation weisen sowohl HIV-spezifische Antikörper als auch das HIV-1-Antigen p24 (Virusbestandteil) nach. Zugelassene Suchtests erfassen alle bekannten HIV-Typen (HIV-1 und -2), HIV-Gruppen und HIV-Subtypen. 

Neugeborene von HIV-positiven Müttern testen zunächst immer auch HIV-positiv, obwohl sie es nur in sehr seltenen Fällen sind (in Deutschland <2%). In diesem Fall reagiert der Test auf die HIV-Antikörper der Mutter, da diese die Plazenta passieren. Bei Neugeborenen werden daher andere Testverfahren angewendet, um eine Mutter-zu-Kind-Übertragung (vertikale Transmission) auszuschließen. Gemäß den neuen Mutterschaftsrichtlinien muss jeder Schwangeren ein HIV-Test angeboten werden.

HIV-PCR

Bild Blutabnahme
Eine HIV-Infektion wird per Blutuntersuchung
nachgewiesen.

drei-banden photo
HIV-Test

Ein früherer Nachweis einer HIV-Infektion ist mittels HIV-PCR möglich. Bei diesem Verfahren werden im Blut HI-Viren direkt nachgewiesen. Ein solcher Nachweis ist ab 14 Tage nach einem Risikokontakt aussagekräftig. Die Kosten für einen PCR-Test werden nicht von den Krankenkassen übernommen.

HIV-Schnelltests

Der HIV-Schnelltest weist ebenso wie der "normale" HIV-Antikörpertest gegen HIV gebildete Antikörper nach. Das Untersuchungsergebnis liegt aber rascher vor, nämlich innerhalb von 15 bis 30 Minuten nach Abnahme von Blut aus der Fingerbeere oder dem Ohrläppchen. Der Schnelltest ist genauso wie der "normale" HIV-Test mit einer "diagnostischen Lücke" behaftet, d.h. zwischen Risikokontakt und Test muss ausreichend Zeit zur Antikörperbildung vergangen sein. Neuere Schnelltest der 4. Generation sind ebenso zuverlässig wie Laborverfahren.

Aids-Phobie

Bei Menschen, die immer wieder ohne Risikokontakt auf HIV-Tests bestehen, kommt differentialdiagnostisch eine Aids-Phobie in Frage. Die Aids-Phobie gehört zu den spezifischen Angststörungen und sollte psychiatrisch/psychotherapeutisch behandelt werden.



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