HIV-Test

In Deutschland darf ein HIV-Test nur mit Zustimmung des Betroffenen, unter ärztlicher Überwachung und nur im Zusammenhang mit einer professionellen Beratung durchgeführt werden. Einen HIV-Test kann man bei einem Arzt oder bei einer Beratungsstelle für rund 25 € machen lassen, die Gesundheitsämter bieten anonyme und kostenlose Tests und Beratung an. Vielerorts werden mittlerweile auch Schnelltests angeboten.

Beim HIV-Test wird nicht nach dem Virus selbst gesucht, sondern nach HIV-Antikörpern, die das Immunsystem gegen das Virus bildet. Nach einer Infektion braucht der Körper im Durchschnitt vier bis zu zwölf Wochen für die Produktion nachweisbarer Antikörper.

Daher macht es keinen Sinn, sich direkt nach einem Risikokontakt testen zu lassen: Wenn man sich infiziert hat, lässt sich das im Antikörpertest meist erst nach vier Wochen nachweisen. In der „diagnostischen Lücke“ unbedingt Safer Sex praktizieren!

Um eine Infektion sicher nachzuweisen, werden in der Regel zwei Tests durchgeführt: Der erste weist die Antikörper im Blut nach. Bei diesem sogenannten ELISA (Enzyme Linked Immunosorbent Assay) werden die Antikörper an ein Enzym gebunden und es entsteht eine chemische Reaktion, die mit einer Färbung einhergeht.

Bild Blutabnahme
Eine HIV-Infektion wird per Blutuntersuchung
nachgewiesen.

drei-banden photo
Im Western-Blot-Test zeigt sich ein spezifisches
Bandenmuster auf dem Teststreifen

Ist der ELISA-Test positiv, wird ein sogenannter Western-Blot-Test durchgeführt. Sind beide Texts positiv, liegt eine HIV-Infektion vor. Einmal positiv sind weitere Tests auch immer positiv, denn HIV-Antikörper bleiben lebenslang erhalten.

Die sogenannten HIV-Tests der 4. Generation weisen sowohl HIV-spezifische Antikörper als auch das HIV-1-Antigen p24 (Virusbestandteil) nach. Zugelassene Suchtests erfassen alle bekannten HIV-Typen (HIV-1 und -2), HIV-Gruppen und HIV-Subtypen. 

Neugeborene von HIV-positiven Müttern testen zunächst immer auch HIV-positiv, obwohl sie es nur in sehr seltenen Fällen sind (in Deutschland <2%). In diesem Fall reagiert der Test auf die HIV-Antikörper der Mutter, da diese die Plazenta passieren. Bei Neugeborenen werden daher andere Testverfahren angewendet, um eine Mutter-zu-Kind-Übertragung (vertikale Transmission) auszuschließen. Gemäß den neuen Mutterschaftsrichtlinien muss jeder Schwangeren ein HIV-Test angeboten werden.

HIV-PCR

Ein früherer Nachweis einer HIV-Infektion ist mittels HIV-PCR möglich. Bei diesem Verfahren werden im Blut HI-Viren direkt nachgewiesen. Ein solcher Nachweis ist ab 14 Tage nach einem Risikokontakt aussagekräftig. Die Kosten für einen PCR-Test werden nicht von den Krankenkassen übernommen.

HIV-Schnelltests

Der HIV-Schnelltest weist ebenso wie der "normale" HIV-Antikörpertest gegen HIV gebildete Antikörper nach. Das Untersuchungsergebnis liegt aber rascher vor, nämlich innerhalb von 15 bis 30 Minuten nach Abnahme von Blut aus der Fingerbeere oder dem Ohrläppchen. Der Schnelltest ist genauso wie der "normale" HIV-Test mit einer "diagnostischen Lücke" behaftet, d.h. zwischen Risikokontakt und Test muss ausreichend Zeit zur Antikörperbildung vergangen sein. Neuere Schnelltest der 4. Generation sind ebenso zuverlässig wie Laborverfahren.

HIV-Heimtest

HIV-Heimtest sind Antikörper-Test, die man selbst zu Hause durchführen kann. HIV-Heimtests dürfen in Deutschland laut Medizinproduktegesetz nicht an Privatpersonen abgegeben werden. Wer trotzdem welche im Internet für sich bestellt, macht sich aber nicht strafbar, es kann aber Probleme beim Zoll geben.

Beim Kauf sollte man darauf achten:

  • das CE-Prüfzeichen der Europäischen Union haben,
  • für die Anwendung durch Laien konzipiert  und
  • in Europa zugelassen sind. 

Zu bedenken ist, dass bereits kleine Fehler bei der Anwendung können falsche Testergebnisse zur Folge haben.

Aids-Phobie

Bei Menschen, die immer wieder ohne Risikokontakt auf HIV-Tests bestehen, kommt differentialdiagnostisch eine Aids-Phobie in Frage. Die Aids-Phobie gehört zu den spezifischen Angststörungen und sollte psychiatrisch/psychotherapeutisch behandelt werden.



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